Hohe Umlagenbelastung bremst auch Pumpspeicher aus

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Pumpspeicher liefern 55 Prozent des Stroms in Österreich.
Pumpspeicherkraftwerk in Österreich, Foto: VERBUND

Die Politik darf die Energiespeicher als vierte Säule der Energiewende nicht weiter ausbremsen. Dies forderten unisono Branchenvertreter beim BDEW-Jahreskongress in Berlin. Vor allem die hohe Belastung mit Entgelten und Abgaben bremst das Potential der Energiespeicher aus, auch die von Pumpspeicherkraftwerken.

Die Energiewende braucht die ganze Palette an Energiespeichern, von Batteriespeichern über Power2Gas bis zu Pumpspeichern um die räumliche und zeitliche Verschiebung von Verbrauch und Erzeugung auszugleichen. Doch die Rahmenbedingungen passen nicht. Darüber herrschte bei einer Podiumsrunde beim BDEW-Kongress Einigkeit. „Seit Jahren fordern wir den Gesetzgeber auf, Hemmnisse für einen wirtschaftlichen Speicherbetrieb abzubauen, doch es fehlt die Einsicht“, sagte Mathias Timm, Fachgebietsleiter Energiespeicher und Sektorkopplung beim BDEW.

Ein Dorn im Auge ist der Branche vor allem die rechtliche Einstufung von Speichern als Letztverbraucher, was zu einer hohen Belastung des gespeicherten Stroms mit Entgelten und Abgaben wie der EEG-Umlage führen kann. Eine Neuregelung im EEG 2017 sieht zwar erstmals eine EEG-Umlagenbefreiung von Speichern unter bestimmten Bedingungen vor, doch die Regelung ist so komplex, dass sie nur sehr schwer umzusetzen ist. Darauf verwies Markus Brehler, CEO von Caterva.

Als negatives Beispiel für die derzeitige Politik verwies Timm auf die jüngsten Stilllegungen von Pumpspeicherkraftwerken in Deutschland. Anfang Juni kündigte Vattenfall an, neben dem Pumpspeicherwerk in Niederwartha in Sachsen nun auch das Pumpspeicherwerk in Geesthacht in Schleswig Holstein in den „Übergangsbetrieb“ zu nehmen, sprich nicht mehr ständig zu betreiben. Zusammen haben die beiden Wasserkraftwerke eine Leistung von 300 Megwatt. Als Gründe hierfür führt das Unternehmen den regulatorischen Rahmen sowie die Schleuderpreise für Elektrizität an der Strombörse an.

Die Situation im Nachbarland Österreich ist übrigens nicht viel anders, wie Dr. Franz Benedikt Zöchbauer, Leiter Public Affairs bei VERBUND deutlich machte. Das Unternehmen ist führend beim Betrieb vom Pumpspeichern. Zwar liefert die Wasserkraft dort 55 Prozent des Stroms und es sind Speicher- und Laufwasserkraftwerke mit insgesamt gut 13 Gigawatt in Betrieb. Doch neue Investitionen werden ebenfalls durch den regulatorischen Rahmen und niedrige Börsenstrompreise ausgebremst. Dazu kommen Akzeptanzprobleme vor allem für größere Projekte. „Wir brauchen ein Level-Playing-Field für alle Energiespeicher auf europäischer Ebene“, forderte Zöchbauer und erhielt hierfür bei der BDEW-Veranstaltung viel Beifall.