Hohe Akzeptanz für Klimaschutz in Schwäbisch Hall

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Akzeptanz für Klimaschutz - BHKW in Schwäbisch Hall
Klimaschonendes Blockheizkraftwerk. (Foto: Stadtwerke Schwäbisch Hall)

Erfolgreiche Schritte konnte Schwäbisch Hall bei der Umstellung der Energieversorgung sowie beim Energiesparen gehen. Ein Erfolgsfaktor ist die hohe Akzeptanz für Klimaschutz in Schwäbisch Hall, einer Stadt mit 30.000 Einwohnern.

So liegt der Anteil des erneuerbaren Stroms im Mix des kommunalen Versorgers, der Stadtwerke Schwäbisch Hall, jetzt schon bei über 90 Prozent. 60 bis 70 Prozent davon werden in der Region erzeugt, vor allem per Wasserkraft, Photovoltaik und Wind. „Ich gehe davon aus, dass wir unser Ziel einer 100-Prozent erneuerbaren Stromversorgung bis 2030 schon bis zum Jahr 2020 erreicht haben werden“, freut sich der städtische Energiebeauftragte Heinzer Schwarz-Leuser.

Hohe Akzeptanz in Schwäbisch Hall

 „Die kommunalpolitische Akzeptanz für Klimaschutz ist sehr hoch, dies ist ein wichtiger Erfolgsfaktor unserer Arbeit“, sagt er.  So gab es beispielsweise kaum Widerstand gegen den Bau von Windparks im Umland, wie derzeit im benachbarten Michelfeld. „Auch der Ausbau unserer Nah- und Fernwärme wird sehr stark unterstützt“, so Schwarz-Leuser. Deren Anteil an der Wärmeversorgung der rund 40.000 Einwohner zählenden Stadt liegt bei rund zwei Dritteln, was für eine Kommune dieser Größe ungewöhnlich hoch ist. Zu 90 Prozent wird die Nah- und Fernwärme per Kraft-Wärme-Kopplung gewonnen, was besonders klimaschonend ist. Zu einem hohen Anteil wird methanisiertes Biogas genutzt, das teils direkt von örtlichen Landwirten stammt.

Ein Großteil der städtischen Gebäude ist mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet, die vielfach an Bürgerenergie-Gesellschaften und Privatleute verpachtet sind. Insgesamt sind derzeit Solarstromanlagen mit einer Leistung von knapp 740 Kilowatt auf den Gebäuden installiert, berichtet Schwarz-Leuser. Die Stadtwerke realisiert derzeit einen 1 Megawatt starken Batteriespeicher, der überschüssigen Strom bei Bedarf laden und entladen kann. Damit soll er zur Stabilisierung des lokalen Stromnetzes bei fluktuierender Einspeisung von Sonnen- und Windstrom beitragen.

Das Verhalten der Menschen nachhaltig verändern

Der Wärmebedarf der rund 120 städtischen Gebäude mit einer beheizten Fläche von rund 150.000 Quadratmeter hat sich zwischen 2009 und 2016 um rund 18 Prozent reduziert, der Strombedarf um rund 15 Prozent. „Das wichtigste sind die nicht-investiven Einsparmaßnahmen“, berichtet Schwarz-Leuser. Der Hausmeister stellt die Heizungen so ein, dass nur in Betrieb sind, wenn jemand anwesend ist. Schüler sind motiviert das Licht im Klassenzimmer auszuschalten, wenn sie es verlassen. „Das bringt schon sehr viel“, sagt der Energiebeauftragte.