Hohe Akzeptanz für Erneuerbare Energien – mit Grenzen

,

images_public_l_erneuerbar
images_public_l_erneuerbar

Mit jeder Konferenz, mit jedem Abkommen sind sie wieder eines der Top-Themen: Erneuerbare Energien. Als das Mittel zum Klima-schützenden Weg sind sie heiß diskutiert und werden auf der ganzen Welt untersucht, erforscht und stetig weiterentwickelt. Auch ihre Akzeptanz in der Bevölkerung ist in den letzten Jahren stark gestiegen. So gaben einer repräsentativen Umfrage der Agentur für Erneuerbare Energien zufolge 93 Prozent der Befragten an, dass sie den weiteren Ausbau von Erneuerbaren Energien für wichtig bis außerordentlich wichtig halten.

Die „Akzeptanz-Umfrage 2016“ wurde in diesem Monat durchgeführt, wobei insgesamt 1000 Personen an der Befragung teilnahmen. Im Rahmen der Studie wurde nach übergeordneten wirtschafts- und umweltpolitischen Aspekten ebenso wie nach der Akzeptanz Erneuerbarer Energien und der Zustimmung zu einzelnen Technologien gefragt. Dabei kam heraus, dass 76 Prozent der Teilnehmer der Auffassung sind, dass die Erneuerbaren Energien zu einer sicheren Zukunft unserer Kinder und Enkel beitragen, während 67 Prozent in ihnen eine Möglichkeit sehen die Unabhängigkeit von Energieimporten zu stärken. Gleichzeitig würden sie 59 Prozent der Befragten zufolge eine Chance für mehr Bürgerbeteiligung an der Energieversorgung bieten.

„Die Bevölkerung in Deutschland weiß um die entscheidenden Vorteile der Erneuerbaren Energien in Sachen Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Generationengerechtigkeit. Es ist daher gemeinsame Aufgabe der Politik und der Erneuerbaren-Branche, die Menschen weiterhin für die Energiewende zu begeistern“, erklärt AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer.

Gleichzeitig ergab die Umfrage, dass sich die Zustimmung zu Solar-, Windenergie- und Biomasseanlagen noch einmal deutlich erhöht, wenn die Menschen mit Erneuerbaren-Anlagen vertraut sind. Zum Vergleich: 52 Prozent der Umfrageteilnehmer fänden ein Windrad in der Nachbarschaft gut oder sehr gut, wogegen Befragte, die bereits Windenergieanlagen in ihrem Wohnumfeld haben, zu 69 Prozent ihre Zustimmung gaben. Bei Solarparks liegt diese Zustimmungsrate sogar bei 90 Prozent, ohne Vorerfahrung sind es 73 Prozent.

„Bei Menschen, die Erneuerbaren-Anlagen aus ihrer Nachbarschaft kennen, steigt die Akzeptanz deutlich an. Anders gesagt: Skepsis vor dem Ausbau der Erneuerbaren ist häufig unbegründet.“ Dabei zeigen die Umfrageergebnisse Vohrer zufolge auch, dass Politik und Wirtschaft gleichermaßen gefordert sind, die Vorteile der Erneuerbaren Energien zu verdeutlichen: „Wir brauchen die Erneuerbaren zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland ebenso wie für den Schutz von Klima und Umwelt und für den gesellschaftlichen Fortschritt.“

Natürlich sind diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen, da die Einstellung stark regionsabhängig ist. So wird die Zustimmung in Natur- und Tourismus-geprägten Orten wahrscheinlich deutlich niedriger liegen. So sprechen sich die Ostseebädern der Mecklenburger Bucht auf der Seite freie-ostsee.de gegen einen geplanten Offshore-Park aus, der nur 6 Kilometer von der Küste entfernen gebaut werden soll. Dabei sprechen sie vor allem die Folgen für die Mecklenburg Bucht als Naturraum und als Tourismusgebiet an. Die Initiative stellt auf ihrer Seite klar, ein Freund und Befürworter erneuerbarer Energien zu sein, doch müssten diese im Einklang mit Landschaft und Natur umgesetzt werden. Nach Kriterien wie diesen, also unter welchen Bedingungen die verschiedenen Technologien eingesetzt bzw. nicht eingesetzt werden sollten, hat die Studie der Agentur für Erneuerbare Energien leider nicht gefragt.

Quelle:
https://www.unendlich-viel-energie.de/presse/pressemitteilungen/repraesentative-umfrage-weiterhin-rueckenwind-fuer-erneuerbare-energien
http://www.freie-ostsee.de/

 

Leave a Reply