Heizungs-Check – Tipps für Mieter und Hausbesitzer

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Heizkosten reduzieren
Heizkosten reduzieren

Oktober – nicht nur Zeit für die Winterreifen, sondern auch für einen Heizungscheck. Bei den aktuellen Temperaturen träumt so manch einer vom offenen Kamin, die meisten unter uns müssen sich aber mit ihrer Heizung zufrieden geben. Die bundesweite Kampagne „Meine Heizung kann mehr“ soll Hauseigentümern dabei helfen, ihre Heizung effizienter einzu-stellen und Mietern Möglichkeiten zur Heizkostenreduzierung aufzeigen.

Die meisten Heizanlagen sind im Winter sowohl für die Warmwasserproduktion als auch für die Raumwärme verantwortlich, sodass rund 80 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in einem Haushalt auf ihr Konto gehen. Entsprechend groß ist das Einsparpotenzial. Dabei gibt es sowohl für Hausbesitzer als auch für Mieter Möglichkeiten, die Heizanlage sowie das Heizverhalten zu optimieren und so Energie und Geld zu sparen.

Tipps für Mieter und Hauseigentümer:

1.   Heizung richtig einstellen: Auch wenn die Heizung warm wird, heißt das nicht, dass sie effizient arbeitet. Nur rund 15 Prozent aller deutschen Heizanlagen sind richtig eingestellt. Die Folge: Räume werden ungleichmäßig warm, die Heizung verbraucht viel Energie und die Heizkosten sind unnötig hoch. Eine Heizungsoptimierung vom Fachmann durch einen hydraulischen Abgleich kann dies ändern. Dabei werden alle Komponenten der Anlage, vom Kessel über die Pumpe bis zu den Thermostat-Ventilen, auf den Gebäudebedarf abgestimmt. Die so erreichten Energieeinsparungen liegen bei einem Einfamilienhaus in der Regel bei etwa 110 Euro im Jahr.

2.   Heizungspumpe erneuern: Die Heizungspumpe pumpt das warme Wasser vom Heizkessel in die Heizkörper. In 80 Prozent aller Heizungskeller sind veraltete Pumpen aktiv. Moderne Hocheffizienzpumpen benötigen im Vergleich etwa 80 Prozent weniger Energie – das spart jährlich Stromkosten von etwa 100 Euro in einem Einfamilienhaus. Eine neue Pumpe kostet inklusive des Einbaus etwa 350 Euro.

3.   Heizungsrohre dämmen: Ein aktueller co2online-Test an 180 sanierten Häusern hat gezeigt: In 30 Prozent der Gebäude waren Leitungen und Armaturen unzureichend gedämmt. Fast 15 Euro Heizkosten verpuffen so jährlich auf dem Weg vom Keller zum Heizkörper durch schlecht oder gar nicht gedämmte Rohrleitungen. Demgegenüber stehen geringe Ausgaben von nur einem bis fünf Euro pro Meter für Dämmmaterial.

Online-Rechner auf der zur Kampagne gehörenden Website Meine-Heizung.de zeigen, ob sich ein hydraulischer Abgleich zur Heizungseinstellung, ein Pumpenaustausch oder sonstige Modernisierungsmaßnahmen rechnen.

6 Tipps für effizientes Heizen

Aber nicht nur Hausbesitzer können mehr aus ihrer Heizung herausholen – mit wenig Aufwand und geringen Investitionen kann jeder Heizkosten sparen:

1.   Programmierbare Thermostate: Die einstellbaren Ventile helfen, die Temperatur der Wohnung bequem dem individuellen Tagesablauf entsprechend zu regulieren. Ist die Wohnung tagsüber leer, kann die Temperatur automatisch auf sparsame 16 Grad gesenkt werden und, je nach Programmierung, kurz vor dem Aufstehen oder dem nach Hause kommen wieder erhöht werden. So können bis zu 10 Prozent Heizkosten gespart werden. Im Fachhandel gibt es die programmierbaren Thermostate bereits ab 30 Euro. Sie sind leicht montierbar und können beim Umzug mitgenommen werden.

2.   Wärmestau am Heizkörper vermeiden: Möbel oder Gardinen vor Heizkörpern verhindern, dass die Wärme ungehindert in den Raum geht. Es entsteht ein Wärmestau. Die Folge: Die Warmwasserzufuhr in den Heizkörper wird gestoppt, obwohl die Wunschtemperatur im Raum nicht erreicht ist. Viele Nutzer stellen als Reaktion das Thermostat auf eine höhere Stufe, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen – das erhöht unnötigerweise die Heizkosten.

3.   Fenster abdichten: Wer zugige Fenster nachträglich isoliert, vermeidet bei einer Ölheizung bis zu 375 kg CO2 im Jahr. Selbst bei einer Gasheizung sind es noch 300 kg. Die Investition in Dichtungsband lohnt sich: In einem Einfamilienhaus mit 150 m² kann man pro Jahr 1.250 kWh und 75 Euro einsparen. Mithilfe eines brennenden Teelichts kann jeder testen, ob es ein Zugluft- Problem gibt. Fünf Meter Dichtungsband gibt es im Baumarkt für rund zwölf Euro.

4.   Dämmung hinter Heizkörpern: Heizkörper stehen oft in Nischen – das heißt, die Wände dahinter sind sehr dünn. Durch eine entsprechende Dämmung kann man den Wärmeverlust hinter dem Heizkörper um bis zu 90 Prozent mindern und so den CO2-Fußabdruck um 25 kg jährlich verkleinern und Heizkosten sparen. Dämmplatten oder Dämmfolien gibt es ebenfalls im Baumarkt.

5.   Heizkörper entlüften: Heizkörper gluckern und werden nicht mehr richtig warm, obwohl das Thermostat voll aufgedreht ist? Dann ist es wieder an der Zeit sie zu entlüften, denn jede Luftblase bedeutet unnötige Verschwendung. Bis zu 65 kg CO2 können pro Jahr durch regelmäßiges Entlüften vermieden werden sowie Heizenergie im Wert von etwa 15 Euro

6.   Lüften im Winter: Eigentlich bekannt aber doch vergisst man es im Alltag immer wieder. Anstatt die Fenster nur zu kippen, sollte man gerade in der kalten Jahreszeit besser stoßlüften. So ist trotzdem immer genügend frische Luft im Raum bis zu einer halben Tonne CO2 können im Jahr vermieden werden. Stoßlüften statt Dauerlüften spart außerdem bis zu 125 Euro im Jahr.

Die Kampagne von „Meine Heizung kann mehr“ der gemein-nützigen Organisation co2online wurde vom Bundesumwelt-ministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert und wird von der Verbraucherzentrale Energieberatung unterstützt.

 

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