Klimawandel, heiß, heißer – Eiszeit!

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Klimawandel und Hitzewelle in Deutschland
Klimawandel und Hitzewelle in Deutschland

Der Juli ist noch nicht vorüber und schon titeln viele Blätter damit, dass dieser Sommer alle bisherigen Hitzerekorde bricht. Mit 40,3°C wurde in Kitzingen (Bayern) Anfang diesen Monats die höchste Temperatur seit Beginn der deutschen Wetteraufzeichnung vor 136 Jahren gemessen. Und auch in anderen Teilen der Welt machen sich die Hitzewellen deutlich bemerkbar – teilweise mit tödlichen Folgen. Opfer des Klimawandels?

Der NOAA-Klimaforscherin Jessica Blunden zufolge, werden Temperaturrekorde um ein oder zwei Hundertstel eines Fahrenheit-Grades gebrochen. Doch in diesem Jahr liegen die Rekorde teilweise bei gut einem Sechstel bis zu einem Viertel über der letzten Höchstmarke – und mittlerweile ist es bereits der 5. Monat mit Rekordwerten. So erklärt die Forscherin: „Es gibt beinahe keine Möglichkeit, dass 2015 nicht das wärmste (Jahr) in den Akten wird.“

Auch der Mai und Juni brachten für viele Regionen ungewöhnliche Hitzewellen. Insbesondere Indien und Pakistan hatten unter den extremen Temperaturen zu leiden, die bereits mehrere tausend Leben forderten. In Spanien und Österreich lagen die Werte im Juni sogar 1,4 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010, während es für die USA und Südamerika, ähnlich wie für Deutschland, der wärmste Juni war, der je gemessen wurde. Eine Ausnahme bildet hier lediglich Norwegen mit dem achtzehntkältesten Juni seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1900.

Insbesondere in den Städten ist die Hitze spürbar. Da locken die Freibäder und umliegenden Seen, um dem drückenden Klima zu entkommen. Eine andere Möglichkeit, diese Temperaturen erträglicher zu machen, ist – um es einfach auszudrücken – mehr Grün. Zusätzliche Bäume und Grünpflanzen können das urbane Klima positiv beeinflussen. Das Problem? Viele Anwohner sind nicht bereit den bereits knappen Raum, vornehmlich in Form von Parkplätzen, für eine Begrünung der Wohnviertel zu opfern. So auch in Frankfurt, wo Anwohner die zusätzlichen Plusgrade gerne für etwas mehr Raum in Kauf nehmen. So fallen Gegenmaßnahmen gegen die Klimaveränderungen oft der Bequemlichkeit städtischer Infrastrukturen zum Opfer.

Dabei wird Forschern zufolge die Zahl der heißen Tage weiter zunehmen. Der Klimawandel scheint nun auch in den Städten angekommen zu sein. Parallel ziehen immer mehr Menschen in die Städte, wodurch diese weiter wachsen. Wer schon einmal nach einem heißen Tag nachts durch eine solche City gelaufen ist, weiß, wie sehr sich die Wärme in den Mauern der dicht zusammenstehenden Häuser der Innenstadt speichern kann. Durchschnittlich liegt hier die Temperatur um Mitternacht 10°C höher als auf dem Land, und bei einer zunehmenden Zahl heißer Tage kann dies kritische Folgen haben. Denn bei zu hohen Temperaturen in der Nacht fehlt die Erholungsphase, die insbesondere für ältere und kranke Menschen wichtig ist. Ohne sie bestehen hohe Gesundheitsrisiken mit möglicherweise tödlichen Folgen. Aufgrund der massiven Nachverdichtung der Bausubstanz in urbanen Bereichen werden außerdem Frischluftschneisen, wie beispielsweise alte Gleisfelder, immer weniger. Dabei ist im Moment noch kein Ende dieser „heißen Phase“ in Sicht.

Bei diesen Aussichten bleibt einem nicht viel übrig, außer vielleicht, sich einen Großvorrat an Eiscreme und –Würfeln anzulegen.

Quelle:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/wie-der-klimawandel-das-wohnen-veraendert-13709588.html
http://www.tagesschau.de/ausland/hitzerekord-international-101.html

 

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