Handlungsbedarf in der Agrarlandschaft

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Nationalen Biodiversitätsstrategie (NBS)
Kabinett beschließt zweiten Rechenschaftsbericht zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den zweiten Rechenschaftsbericht zur Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie (NBS) beschlossen. Die 2007 verabschiedete Strategie gilt als Leitfaden zum Schutz der biologischen Vielfalt in Deutschland. Sie trägt dazu bei, bis zum Jahr 2020, völkerrechtliche Verpflichtungen in puncto Naturschutz umzusetzen. Der zweite Rechenschaftsbericht zur NBS stellt die Entwicklungen der biologischen Vielfalt in den Jahren 2013 bis 2017 dar. Die Bundesregierung kommt zu dem Schluss, dass für den Erhalt der Biodiversität vor allem ein Umdenken in der Agrarwirtschaft notwendig ist.

Im Erfassungszeitraum des Berichtes liegen zwar auch wichtige Erfolge bei der Umsetzung der Biodiversitätsstrategie. Der zentrale Indikator „Artenvielfalt und Landschaftsqualität“ zeigt allerdings weiterhin einen negativen Trend. Es bedarf erheblicher zusätzlicher Anstrengungen in allen Politikfeldern – besonders in der Landwirtschaftspolitik. Besonderer Handlungsbedarf besteht, neben dem problematischen anhaltenden Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, in der fortdauernden Intensivierung der Landbewirtschaftung wie dem Anbau von Energiepflanzen.

Insgesamt wird die gesetzliche Verpflichtung der Bundesländer, ein Netz verbundener Biotope zu schaffen, das mindestens zehn Prozent der Fläche eines jeden Bundeslandes einnimmt, noch zu langsam umgesetzt.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ist zwar vorsichtig optimistisch: „Der Bericht zeigt, dass sich die Anstrengungen für Natur und Umwelt lohnen. Da, wo Naturschutz aktiv betrieben wird, sehen wir die Erfolge. Das gilt besonders für Schutzgebiete, viele Flüsse und Wälder. Aber für eine flächendeckende Trendwende beim Erhalt der biologischen Vielfalt brauchen wir vor allem ein Umsteuern in der Landwirtschaft. Die Agrarpolitik muss endlich ihre Verantwortung für den Naturschutz wahrnehmen.“

Hoffnung macht, dass für den Natur- und Artenschutz in ausgewiesenen Schutzgebieten Einiges erreicht wurde. Für eine erfolgreiche, flächendeckende Trendwende beim Erhalt der biologischen Vielfalt ist aber vor allem ein Umsteuern in der Landwirtschaft erforderlich. Viele Landwirte müssen endlich ihre Verantwortung für den Naturschutz wahrnehmen.

Positiv in den letzten vier Jahren war sicher, dass bereits die meisten Bundesländer ihre eigenen ambitionierten Naturschutzstrategien aufgelegt haben. Der Flächenanteil geschützter Biotope, in denen die Natur weitgehend ohne menschliche Nutzung ist, konnte erhöht werden. Das Ziel, bis 2020 zehn Prozent des öffentlichen Waldes in Deutschland der Natur zurückzugeben, hat der Bund für seinen Waldbesitz im Rahmen des Nationalen Naturerbes bereits übertroffen. Auch mit dem im Februar beschlossenen „Blauen Band“ wurden wichtige Voraussetzungen für umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen getroffen.

Quelle: BMUB