Fortschritt bei der Speicherung von Wasserstoff

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Wasserstoff - neuer Energiespeicher
Wasserstoff - neuer Energiespeicher

Das niederländische Unternehmen H2 Fuel-Systems B.V hat eine Technologie zur Marktreife gebracht, mit der die Verwendung von Wasserstoff als Energieträger künftig energieeffizienter und sicherer werden soll. Der Clou dahinter: Anders als bisher kann der Wasserstoff unter normalem Druck und bei Zimmertemperatur gespeichert werden.

Wasserstoff könnte die Energiewirtschaft in ein neues Zeitalter führen. Mit ihm könnte der Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter gelingen. Erneuerbare Energie könnte in großem Maßstab gespeichert und ohne physikalisches Netz transportiert sowie die Mobilität revolutioniert werden. Im Gegensatz zu Öl und Gas ist Wasserstoff nahezu unbegrenzt verfügbar und lässt sich bei Bedarf im globalen Maßstab durch saubere Energiequellen herstellen. Aus diesem Wasserstoff lassen sich mithilfe von Brennstoffzellen Elektrizität und durch Katalysatoren Wärme erzeugen – ohne Treibhausgasemissionen. Wegen dieser Vorteile wäre Wasserstoff ein idealer Ersatz für fossile Brennstoffe.

Doch noch hat die Wasserstoff-Technologie einige Hürden zu überwinden. Neben dem vergleichsweise geringen Wirkungsgrad der Wasserstofftechnologie stellt bislang vor allem die Speicherung und der Transport des Wasserstoffs eine echte Herausforderung dar, die nur unter Hochdruck und mit extremer Kühlung bewältigt werden kann. Heute kommen zur Speicherung des Wasserstoffs entweder Druckbehälter, bei denen der gasförmige Wasserstoff unter hohem Druck gespeichert wird oder Flüssiggasspeicher zum Einsatz, bei denen der Wasserstoff in flüssigem Zustand aufbewahrt wird. Der für beide Methoden benötigte Energieaufwand ist jedoch sehr hoch. Das macht die Speicherung des Energieträgers bislang leider recht ineffektiv und kostspielig.

Das niederländische Unternehmen H2Fuel will diese Probleme nun beseitigt haben und „den Beginn der wasserstoffbasierten Ökonomie einläuten“. Mit ihrer H2Fuel-Technologie kann der Wasserstoff unter normalem Druck und bei Zimmertemperatur in einer Trägerflüssigkeit gespeichert werden. Bei Bedarf kann er fast zu 100 Prozent wieder aus der Flüssigkeit freigesetzt werden. Das Speichermedium arbeitet somit weitaus effizienter und vor allem sicherer als Druckbehälter oder Flüssiggasspeicher. Die entladene Trägerflüssigkeit lässt sich laut H2Fuel anschließend erneut nutzen.

Damit könnte der in der Flüssigkeit gespeicherte Wasserstoff wesentlich einfacher transportiert werden, als bisher – dazu eigenen sich laut Unternehmen alle konventionellen Tanks. Da der Wasserstoff dabei nicht flüchtig ist, kann auch keine Selbstentladung stattfinden. Energieverluste während des Transports sind somit ausgeschlossen. Ein Liter der Trägerflüssigkeit speichert laut H2Fuel zwei Kilowattstunden (KWh) Energie in Form von Wasserstoff, was bei der Rückverstromung durch eine Brennstoffzelle eine kWh elektrischer Energie entspricht.

Durch den weitaus sichereren und einfacheren Transport und den hohen Wirkungsgrad der neuen Technologie könnte die Speicherung von Strom in Form von Wasserstoff künftig deutlich rentabler werden. So könnte beispielsweise Solarenergie in sonnenreichen Ländern erzeugt, und in Form von Wasserstoff problemlos nach Deutschland transportiert und dort rückverstromt werden. Dort könnte er zur CO2-neutralen Strom- oder Wärmeerzeugung genutzt werden. Das funktioniert natürlich auch andersherum: Überschüssige Erneuerbare Energie, wie sie an besonders sonnen- oder windreichen Tagen auch bei uns anfällt, würde nicht mehr verloren gehen, sondern könnte unbegrenzt und effizienter als bisher aufbewahrt werden.

Nun will H2Fuel potenzielle Investoren auf ihre neue Technologie aufmerksam machen, um sie weiterzuentwickeln und zu optimieren. Dann könnte die neue Speichermethode bald auch im kommerziellen Maßstab angewendet werden.

Quelle: H2 Fuel-Systems B.V

 

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