Grünen fordern früheren Atomausstieg Bayerns

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Die Grünen fordern das Aus für das bayerische Atomkraftwerk Grundremmingen bereits im kommenden Jahr.
Die Grünen fordern das Aus für das bayerische Atomkraftwerk Grundremmingen bereits im kommenden Jahr.

Die Grünen fordern, den Atomausstieg Bayerns deutlich zu beschleunigen. So sollen die beiden Atomkraftwerke „Grundremmingen I und II“ bereits im kommenden Jahr abgeschaltet werden, forderte der Grünen Fraktionsvorsitzende Ludwig Hartmann. Das berichtete das Onlinemagazin Merkur.de am Samstag. Nach den derzeitigen Plänen sollen die beiden Meiler erst Ende 2017 bzw. Ende 2021 stillgelegt werden.

Der endgültige Atomausstieg Bayerns soll schneller Realität werden als von der Bundesregierung geplant. Nachdem Ende Juni das bayerische Atomkraftwerk Grafenrheinfeld endgültig vom Netz ging, sollen 2016 die beiden Kraftwerksblöcke Grundremmingen II und II folgen, so zumindest verlangen es die Grünen. Nach den derzeitigen Plänen soll ein Block zum 31.12.2017 stillgelegt werden, der zweite erst zum 31.12.2021. Bayern könnte das Tempo erhöhen, sagte Hartmann bereits nach der Abschaltung des Kraftwerks Grafenrheinfeld.

Die beiden Siedewasserreaktoren in Grundremmingen sind die letzten ihrer Art in Deutschland. Der Kraftwerkstyp stand in der Vergangenheit immer wieder aufgrund von Sicherheitsbedenken in der Kritik – besonders nach dem Reaktorunglück in Fukushima. Auch das havarierte japanische Kraftwerk gehörte zu dieser Bauart.

Mit jedem Tag, den der Atomausstieg schneller forciert werde, verringere sich die Gefahr für die Menschen in Bayern, betonte Hartmann. Schon Ende Juni forderte er deshalb: „Die beiden baugleichen, gefährlich veralteten Siedewasserreaktoren müssen spätestens im Jahr 2017 gemeinsam abgeschaltet werden. Das nützt der Sicherheit der Bevölkerung und vermeidet weitere Atommüllproduktion für mindestens zwölf Castoren.

Diese Forderung wurde nun – nur rund einen Monat später – um ein Jahr nach vorne korrigiert. Die Atomenergie in Bayern werde ohnehin bald überflüssig, sagte Hartmann laut Merkur.de vergangenen Freitag. In Bayern sei bereits seit drei Wochen nur noch ein Atomkraftwerk am Netz. Einer der Blöcke in Grundremmingen sowie der Reaktor Isar I seien derzeit abgeschaltet. Trotzdem werde genug Strom erzeugt. Spätestens nach Fertigstellung der „Thüringer Strombrücke“ werde die Atomenergie in Bayern gar nicht mehr gebraucht, glaubt Hartmann.

In einem Schreiben der Grünen heißt es konkret, Bayern könne auf die Atomenergie verzichten – lange bevor die letzten Atomkraftwerke planmäßig von Netz gehen werden. Vor allem der konsequente Ausbau der Erneuerbaren Energien mache schon heute die Atomenergie in Bayern obsolet. Bis 2025 sollen weitere 1000 Megawatt Solarstrom pro Jahr neu installiert werden, fordert Hartmann. Das würde bedeuten, die Solarenergie-Kapazität zu verdoppeln.

Außerdem müsse die 10h-Abstandregelung für Windkraftanlagen in Bayern abgeschafft werden, die den Ausbau der Windenergie in Bayern stark behindere. Die CSU steige aus der Windenergie aus, kritisierte der Grünen Fraktionsvorsitzende den Kurs der Union. Gegen das umstrittene Gesetz haben die Grünen bereits Klage eingereicht. Ihr Ziel sei es, die Windkraft in den nächsten zehn Jahren zu verfünffachen.

 

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