Große Mehrheit der Deutschen befürwortet Energiewende

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Energiewende - Umfrage
Energiewende - Umfrage

Die meisten Deutschen halten die Energiewende und den deutschen Atomausstieg nach wie vor für den richtigen Weg. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg. In Norddeutschland wird die Energiewende jedoch mehr befürwortet als im Süden. Den Bau von neuen Stromtrassen in der Nähe zum Wohnort wird allerdings von weniger als der Hälfte der Befragten akzeptiert.

Vor fünf Jahren kam es in Fukushima zur bis dato größten Atomkatastrophe seit Tschernobyl. Der Unfall brachte die Welt zum Nachdenken über die Gefahren der Atomkraft. Die Bundesregierung entschied sich damals zum Ausstieg aus der Kernenergie und zur verstärkten Förderung der Erneuerbaren Energien als ungefährliche und saubere Alternative. Der Begriff Energiewende war geboren.

Die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung hält diese Entscheidung auch heute noch für den richtigen Weg. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat die Deutschen gefragt, wie sie zur Energiewende stehen und den Norden und den Süden verglichen. Das Ergebnis: Die Entscheidung der Bundesregierung war die Richtige. Das sagt die Mehrzahl der Deutschen sowohl im Süden als auch im Norden.

Die Norddeutschen sind dabei die stärksten Fürsprecher. 80 Prozent der Befragten aus den Bundesländern Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gaben an, dass sie die damalige Entscheidung nach wie vor für richtig halten. Im Süden ist die Akzeptanz nicht ganz zu groß: In Baden-Württemberg und Bayern sind es fast 10 Prozent weniger, die die Energiewende nach wie vor für den richtigen Weg halten.

Warum die Norddeutschen eher für die Energiewende sind, erklärt Jan Rispens, Geschäftsführer des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg: „Die Menschen im Norden haben durch den Bau vieler neuer Infrastrukturprojekte wie Windparks, Offshore-Windparks, Umspannwerke und Bioenergieprojekte mittlerweile gelernt, mit den meisten Auswirkungen der Energiewende umzugehen. Sie erfahren die Vorteile der bundesweiten Energiewende bereits im direkten Umfeld, zum Beispiel in wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Region oder im Bekanntenkreis“,

Im Süden hingegen hätten die Bürger noch keine langjährige Erfahrung mit den Erneuerbaren. Dadurch würden sie besorgter auf Meldungen zu Mehrkosten durch die Energiewende und den Bau von neuer Infrastruktur wie beispielsweise Stromtrassen reagieren. „Ich bin aber davon überzeugt, dass mit fortschreitendem Erfolg der Energiewende auch hier die Anzahl der Befürworter steigen wird“, prognostiziert der Cluster-Geschäftsführer.

Neue Stromtrassen wollen allerdings weder die Norddeutschen als auch die Süddeutschen in der Nähe ihres Wohnortes. Nur rund 50 Prozent der Befragten gab an, es wäre in Ordnung, wenn solche Leitungen bei ihnen in der Nähe gebaut werden. „Dabei kann die Energiewende ohne neue leistungsstarke Stromtrassen in Deutschland nicht gemeistert werden“, warnt Rispens. Windstrom müsse über weite Strecken aus den großen Windparks im Norden zu den Abnehmerorten im Süden transportiert werden. „Die Menschen sind noch zu wenig darüber aufgeklärt, warum wir neue Stromtrassen benötigen und was die wirklichen Risiken für Umwelt und Gesundheit sind“, so Rispens.

Junge Menschen stellen in diesem Punkt die überdurchschnittlich toleranteste Bevölkerungsgruppe. Bundesweit würden 60 Prozent der 18- bis 29-Jährigen den Bau einer Stromtrasse im nahen Wohnumfeld zulassen. „Die Ergebnisse sind eindeutig – wir dürfen nicht über den Kopf der Menschen hinweg entscheiden, sondern müssen stärker in den Dialog gehen, Aufklärung betreiben und intelligente technische Lösungen entwickeln. Bei der Jugend scheint die Aufklärung erfreulicherweise schon zu einer höheren Akzeptanz geführt zu haben,“ so Rispens.

Quelle: Erneuerbare Energien Hamburg

 

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