Großbritannien muss gegen Luftverschmutzung vorgehen

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Eine Studie ergab: Die Mehrheit der Deutschen will so stark auf das Auto angewiesen sein.

Es ist ein historisches Urteil, das der oberste Gerichtshof in Großbritannien Ende April gefällt hat. Schnellstmöglich soll die britische Regierung gegen die drastische Luftverschmutzung in den Städten vorgehen. Bis Ende des Jahres muss das Königreich effektive Pläne zur Eindämmung des Problems vorlegen.

Die Luftgrenzwerte werden in Großbritannien regelmäßig überschritten. Die Zahlen sind vielerorts seit Jahren besorgniserregend. Insbesondere das Überschreiten der Grenzwerte für Stickstoffoxide ist kritisch. Dem Land drohen hohe Strafzahlungen. Wahrscheinlich muss es Umweltzonen einrichten, wie sie in Deutschland bereits üblich sind.

Besonders in der Metropolregion London mit ihren mehr als 13 Millionen Einwohnern, aber auch in vielen anderen Städten ist die Luftverschmutzung unverhältnismäßig hoch. Schon lange verstößt Großbritannien damit gegen die EU-Richtlinie zur Luftqualität, vor allem seit die Emissionsgrenzwerte für Luftschadstoffe Ende 2013 nochmals erhöht wurden.

Hauptquelle der Luftverschmutzung ist der Straßenverkehr. Autoabgase enthalten Stickstoffoxide, Schwefeldioxide und andere gesundheitsgefährdende Stoffe. Stickstoffoxid ist ein starkes Atemgift und kann schon in kleinsten Mengen zu Erkrankungen der Atemorgane führen. Besonders Kinder können davon betroffen sein. Zudem verursacht Stickstoffoxid sauren Regen und ist an der Bildung des gefährlichen bodennahen Ozons verantwortlich. Um Gesundheitsgefahren zu vermeiden gilt in der EU ein Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Atemluft. Schon ein Grenzwert von 30 Mikrogramm wird jedoch als kritisch bewertet, denn Stickstoffdioxid belastet auch die Umwelt. Es schädigt Pflanzen und führt zur Versauerung und Überdüngung von Böden und Gewässern.

Das britische Gericht unterstützt mit seinem Urteil die Entscheidung des obersten Gerichtshofs der EU aus dem vergangenen Jahre. Darin werden nationale Gerichte der EU-Mitgliedstaaten aufgerufen, die Einhaltung der EU-Luftqualitätsrichtlinie einzufordern. Angestoßen wurde der Prozess durch die Umweltorganisation ClientEarth, die bereits vor fünf Jahren aktive Maßnehmen gegen die Luftverschmutzung von der britischen Regierung verlangte. Nach Angaben von ClientEarth sterben in Großbritannien jährlich rund 29.000 Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung.

 

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