Greenpeace: radikale Verkehrspolitik möglich

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Verkehrspolitik
Nachhaltige Mobilität in urbanen Regionen

Die Energiewende in Deutschland hat einen großen Dorn im Auge: den Verkehrssektor. Denn in diesem Sektor stiegen die Emissionen in Deutschland von 2015 auf 2016 sogar an, anstatt zu sinken. In Hinblick auf das Pariser Klimaschutzabkommen ist dieser Trend inakzeptabel. Doch laut einer neuen Studie von Greenpeace ist eine radikale Wende in der Verkehrspolitik möglich.

Im Auftrag von Greenpeace hat ein Team aus Wissenschaftlern aus den Bereichen Energie, Verkehr und Politik eine »Verkehrswende für Deutschland« für das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens simuliert. Das Enddatum für Autozulassungen mit Verbrennungsmotoren wurde auf das Jahr 2025 festgelegt. Die Studie zeigt, dass „eine bloße Umstellung auf Autos mit Elektroantrieb keine Lösung ist“. Dort, wo es aus wirtschaftlicher und verkehrspolitischer Sicht möglich sei, sollte der Personen- und Güterverkehr reduziert und auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel, wie Fahrrad, Bus und Bahn, umgestiegen werden.

Greenpeace‘ Szenario: Deutschlands Verkehrspolitik in acht Punkten

Im Jahr 2035 …

  • sind die Raumstrukturen stärker verdichtet und die Wege kürzer.
  • kommen bundesweit durchschnittlich 200 Pkw auf 1.000 Einwohner*innen.
  • hat sich der Anteil des öffentlichen Verkehrs und des Fahrrads verdoppelt, während sich die Anzahl der Wege mit dem Auto halbiert hat.
  • ist »Sharing Mobility« in Städten allgegenwärtig und wird auch im ländlichen Raum zunehmend genutzt.
  • sind 98 Prozent der Pkw auf deutschen Straßen Elektroautos, die mit Strom aus Erneuerbaren Energien betrieben werden.
  • ist die Lebensqualität der Städte höher. Stau, Lärm und Unfälle sind deutlich reduziert.
  • hat sich der Transport von Gütern zu einem großen Teil von der Straße auf die Schiene verlagert, wo sich die Kapazität nahezu verdoppelt hat.
  • wird der Güterfernverkehr auf der Straße zu 80 Prozent über Oberleitungen elektrifiziert. Der Rest nutzt klimaverträgliche synthetische Kraftstoffe.

Co-Studienautor Thorsten Koka der Deutschen Presse-Agentur äußerte sich zu Deutschlands Verkehrspolitik folgendermaßen: „Wir wollen den Leuten das Auto nicht wegnehmen. Es geht darum, Alternativen attraktiver zu machen. Bis 2035 kann es eine Halbierung der Autoflotte geben, aber keine Halbierung des Verkehrs.

Auch Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan sagte dazu “Wir wollen weniger Autos und weniger Verkehr, aber nicht weniger Mobilität.“

Mehr zum Thema „Verkehr in Deutschland – ab 2035 ohne Öl“ finden Sie hier auf CleanEnergy Project.