Greenpeace darf Vattenfalls Braunkohlerevier nicht kaufen

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Energiewende - Kohleausstieg
Energiewende - Kohleausstieg

Greenpeace überraschte vergangenen Monat die Öffentlichkeit mit der Nachricht, die zum Verkauf stehende deutsche Braunkohlesparte Vattenfalls kaufen zu wollen. Bis 2030 wollte Greenpeace aus den Tagebauen und Kohlekraftwerken in der Lausitz nach und nach ein Erneuerbare-Energien-Unternehmen machen. Doch daraus wird nichts. Wie die Umwelt-schutzorganisation gestern mitteilte, wurde sie aus dem Verkaufsprozess ausgeschlossen.

Es wäre nach Ansicht von Greenpeace Nordic – der schwedischen Sektion der Umweltschutzorganisation – eine einmalige Chance für den Ausstieg aus dem schmutzigen Braunkohlegeschäft gewesen, und hätte bis zu 1,2 Milliarden Tonnen CO2 einsparen können. Doch der Traum vom Kohleausstieg in der Lausitz ist für Greenpeace geplatzt. Die Umweltschützer gaben gestern bekannt, beim Verkaufsprozess der Tagebaue und Kraftwerke nicht mehr im Rennen zu sein.

Der Grund: Die von Vattenfall mit dem Verkauf beauftragte US-Bank Citigroup ist der Ansicht, Greenpeace habe nicht vor, als echter Bieter aufzutreten. Greenpeace Nordic wollte das Braunkohlegeschäft des schwedischen Energiekonzerns nicht weiter betreiben, sondern in eine gemeinnützige Stiftung überführen. So sollte die Region bis 2030 zu einem Ökounternehmen und der Kohleausstieg forciert werden.

Für diesen Zweck wollte Greenpeace ein nicht unerhebliches Startkapital – bezahlt von Vattenfall. Der schwedische Staatskonzern ist nach Ansicht der Umweltschützer haftbar für die durch den jahrelangen Kohleabbau in der Lausitz entstehenden Folgekosten:

„Wer die enormen Folgekosten der schmutzigen Kohle ignoriert, baut darauf, dass ein anderer sie bezahlt. Höchstwahrscheinlich der deutsche Staat und seine Steuerzahler“, sagte Annika Jacobson, Programm Managerin von Greenpeace Nordic vor zwei Wochen.

Die Umweltschützer gaben Ende Oktober bekannt, die Verpflichtungen Vattenfalls für das Braunkohlegeschäft lägen bei rund zwei Milliarden Euro. Anstatt also für den Kauf des Braunkohlegeschäfts zu bieten, wollte Greenpeace Geld von Vattenfall, um in der Lausitz aus der Kohleverstromung aussteigen zu können. Die US-Bank Citigroup sieht das offenbar als Ausschlusskriterium für den Bieterprozess.

Welches Unternehmen das Lausitzer Braunkoh-lerevier bekommt, ist derzeit noch völlig offen. Vattenfall hofft, im ersten Halbjahr 2016 einen Käufer für das unrentabel gewordenen Geschäft gefunden zu haben. Zu den aussichtsreichsten Bewerbern zählen die tschechischen Energiekonzerne CEZ und EPH. Beide Unternehmen werden jedoch nicht auf den weiteren Abbau und die Verbrennung von Kohle in der Region verzichten wollen. Für den Umwelt- und Klimaschutz ist die Nachricht vom Aus Greenpeace demnach keine Nachricht – überraschend ist der Ausschluss der Umweltschutzorganisation jedoch nicht.

Quelle: Tagesspiegel

 

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