Internationaler Tag der Artenvielfalt – WWF nennt Top 5 der bedrohten Naturerbestätten

Auch der letzte verbliebene Urwald Europas gehört zu den Top 5 der bedrohten Naturerbestätten.
Auch der letzte verbliebene Urwald Europas gehört zu den Top 5 der bedrohten Naturerbestätten.

Artenvielfalt macht unsere Erde aus. Doch eben diese ist durch unseren Lebensstil immer mehr bedroht. Das Klima wird für immer mehr Arten zu warm. Für den finanziellen Gewinn holzen wir immer mehr Wälder ab, die den unterschiedlichsten Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum dienen. Anlässlich des Internationalen Tages der biologischen Artenvielfalt am vergangenen Dienstag stellt der WWF nun die Top 5 der bedrohten Naturerbestätten vor.

„Wir bringen unsere Erde an den Rand der Erschöpfung. Selbst vor den wenigen verbliebenen Naturparadiesen machen wir keinen Halt, sondern holzen, verbrennen, wildern weiter“, sagt Günter Mitlacher, Experte für internationale Biodiversitätspolitik beim WWF.

Top 5 der bedrohten Naturerbestätten

1. Selous in Tansania

Das 50.000 Quadratkilometer große Reservat in Afrika ist eines der letzten großen Wildnisgebiete der Welt. Es bietet Lebensraum für viele bedrohte Tierarten wie Elefanten, Löwen, Wildhunde und Giraffen. Doch nun plant die Regierung Tansanias dort einen großen Staudamm, der das Reservat zur großen Teilen vollständig überfluten würde. Bereits diesen Sommer soll noch mit dem Bau begonnen werden, allerdings hat sich bisher noch kein Investor gefunden.

2. Great Barrier Reef in Australien

Nur 0,1 Prozent des Meeresbodens sind mit Korallenriffen bedeckt. Dennoch sind sie Lebensraum für ein Viertel aller marinen Arten. Durch Überfischung, Versauerung der Ozeane und Erderwärmung sind in den vergangenen 20 Jahren bereits ein Viertel der Korallen abgestorben, ein Großteil davon im Great Barrier Reef. Ohne ausreichende Klimaschutzmaßnahmen, Meeresschutzgebieten und gedrosselter Fischerei könnten noch in unserer Generation alle Korallen aussterben.

3. Das Wattenmeer in Deutschland

Das Weltnaturerbe an unserer Nordseeküste ist weltweit eine der bedeutendsten Drehscheiben für Watt- und Wasservögel. Trotz dreier deutschen Nationalparks ist die vielfach noch ursprüngliche Küstenlandschaft immer mehr bedroht. Schifffahrt, Fischerei und Zufluss von Schadstoffen wachsen zu immer größeren Bedrohungen. Die größte ist jedoch der Klimawandel. Denn der steigende Meeresspiegel könnte das Wattenmeer auf lange Sicht komplett zerstören.

4. Bialowieza in Polen

Als einer der letzten großen Urwälder Europas bietet der Nationalpark Lebensraum für mehr als 20.000 Arten. Dazu gehört die größte Bison-Population des Kontinents, sowie seltene Arten wie der Luchs oder der Wolf. Schließlich genehmigte polnische Regierung die Abholzung innerhalb des Nationalparks mit der Begründung, um so gegen den Borkenkäfer anzukommen. Im April erklärte der Europäische Gerichtshof diese Genehmigung jedoch für illegal. Trotz des Verbotes durch den EuGH bleibt dennoch die Gefahr der weiteren illegalen Abholzung.

5. Virunga-Nationalpark im Kongo

Der circa 8.000 Quadratkilometer große Nationalpark ist sowohl der älteste, als auch der artenreichste und landschaftlich Vielfältigste in Afrika. So leben dort knapp 200 der vom Aussterben bedrohten Berggorillas. Doch immer wieder gehen Wilderer dort auf die Jagd nach Buschfleisch, u. a. auch auf das der bedrohten Berggorillas. Doch auch Konzerne und Regierung stellen eine Gefahr dar. Denn auf der Suche nach Erdöl kommt auch der Nationalpark immer weder zur Sprache.

„Wir müssen dringend kurzfristige Profitinteressen dem Schutz unserer Umwelt hintenanstellen – und das nicht allein um ihrer selbst willen, sondern auch für uns und unsere Kinder“, so Mitlacher.

Quelle: WWF