Einer von drei gefangenen Fischen kommt nicht auf den Teller

FAO UN Report Fischen Aquakulturen
FAO UN Report

Die globale Fischproduktion bleibt auf Rekordniveau – dank Fischzucht und Aquakulturen. Doch viel wird verschwendet und viele Arten sind besorgniserregend überfischt. Einer von drei gefangenen Fischen weltweit schafft es nie bis zum Teller, zeigt ein neuer UN Report der Food and Agriculture Organization (FAO). Vorher werden viele Fische über Board geschmissen oder sie werden schlecht, bevor sie verzehrt werden können. Eine traurige Bilanz.

1. Aquakulturen auf Vormarsch

Der kürzlich veröffentlichte zweijährige Report um den Zustand der globalen Fischereiwirtschaft zeigt, dass die Produktion dank Fischzucht weiterhin hoch bleibt. Besonders in China geht die Fischzucht voran. Über die Hälfte des global verzehrten Fisches kommt inzwischen aus Aquakulturen.

Doch Aquakulturen können wilde Fischpopulationen gefährden: Das Mastfutter besteht oft aus wildem Fisch, bespielsweise aus Sardinen oder Sardellen. Außerdem verschmutzen Aquakulturen umliegende Meere, wenn die Grenzen nicht genügend geschützt sind.

2. Bis 2030 20% höherer Fischkonsum

Gleichzeitig ist die Menge an wild gefangenem Fisch seit 1980 fast stabil geblieben. Ein Drittel der kommerziellen Fischarten sind bereits überfischt, so die FAO. Doch die Fischzucht ist weiter im Aufmarsch und laut der FAO werden die Menschen bis 2030 20% mehr Fisch konsumieren. Diese Zahl geht vor allem auf das erwartete Bevölkerungswachstum zurück.

José Graziano da Silva, FAO director general, erklärt: „Seit 1961 ist der jährliche globale Fischkonsum zwei mal so stark angestiegen wie das Bevölkerungswachstum. Das liegt unter anderem daran, dass der Fischereisektor ein essentieller Bestandteil dafür ist, das FAO Ziel, eine Welt ohne Hunger und Mangelernährung, zu erreichen.“

3. Illegales Fischen

Eine der wichtigsten Herausforderungen ist laut Graziano da Silva das Stoppen illegalen Fischens. Milliarden von Menschen hängen vom Fisch als essentielle Nahrungsquelle ab. Doch in manchen Regionen, wie dem Mittelmeer, dem Schwarzen Meer oder dem Südpazifik, sind bereits zwei Drittel der Arten ausgebeutet. Weitere Analysen der FAO zeigen, dass illegales Fischen die Wildbestände stärker schrumpfen lässt, als bisher angenommen. Die Hälfte der Ozeane wird inzwischen auf industriellem Niveau befischt.

4. Verschwendung

Laut dem UN Report werden 35% der globalen Fänge verschwendet. Ein Viertel dieser Verluste gehen als Beifang wieder zurück ins Meer. Der grösste Teil des Beifangs kommt von Schleppern, die den unerwünschten toten Fisch zurückwerfen, weil er zu klein oder für den menschlichen Konsum unbrauchbar ist. Die meisten Verluste gehen jedoch auf Mängel an Fachwissen und Equipment zurück. Oft fehlt es Fischern und Verkäufern an Grundausstattung wie Kühlschränken oder Eis, um den Fisch frisch zu halten.

Lasse Gustavsson, Executive Director der Oceana in Europa, sagte zu den Verlusten Folgendes: „Lebensmittelverschwendung auf einem hungrigen Planeten ist abscheulich. Der Fakt, dass ein Drittel des gefangenen Fischs verschwendet wird, ist besorgniserregend. Insbesondere in Hinsicht auf die globale langfristige Ernährungssicherung.“