Bienensterben – So kannst du unseren Honigbienen helfen

Blütenmeer in der Apfelplantage, die Bienen freut es © Malchus Kern
Frisches Obst dank Bestäubung der Bienen © Malchus Kern

Was passiert, wenn es keine Bienen mehr gibt? Das wollte die Supermarktkette Penny mit einem Experiment zeigen – und räumte über Nacht alle Produkte, die es ohne Bienen nicht gäbe, aus den Regalen einer Filiale in Hannover. Nicht nur, dass die Gemüse- und Obstregale fast leer waren. Auch gab es keine Tiefkühlpizza (Sonnenblumenöl im Teig), keine Gummibärchen (Bienenwachsbeschichtung) oder Kakao (Blütenbestäubung) mehr. Rund 60% des Sortiments wären nach einem kompletten Bienensterben nicht verfügbar.

Noch fliegen in Deutschland viele Bienen. Doch eine Welt ohne Bienen gibt es schon: in China. In der Region Sichuan gibt es aufgrund des aus dem exzessiven Einsatz von Insektiziden resultierenden Bienensterben keine Bienen mehr. Hier müssen Menschen die Bestäubungsarbeit übernehmen. Allein in Deutschland liegt der volkswirtschaftliche Nutzen ihrer Bestäubung bei rund 2 Milliarden Euro jährlich. Gut, wenn die Biene diesen Job übernimmt.

Von einem Europa ohne Bienen sind wir noch weit entfernt. Dennoch sollte jeder von uns etwas für den Erhalt der Honigbienen tun. Diese haben es zur Zeit nämlich nicht leicht. Monokulturen, Pestizide und Krankheiten machen ihnen zu schaffen. Wichtig ist, den Bienen ein gesundes Umfeld zu bieten. Dafür können wir Küchenkräuter auf dem Balkon pflanzen, Imkerkurse besuchen und – am allerwichtigsten – unseren Honig direkt beim Imker kaufen. Das geht auch unkompliziert online, denn mehrere StartUps bringen die Imkerbranche gerade in’s Internet.

Honig von nebenan

Heimischen Honig gibt es zum Beispiel bei nearBees. Über die Webseite können Imker ihren Honig überregional vermarkten. Das besondere: hier kommt der Genuss in speziell entwickelten Briefumschlägen, die durch jeden üblichen Briefkastenschlitz passen. Dadurch verringern sich die Versandkosten und auch die Bruchgefahr beim Versand von Gläsern. Und noch etwas möchte nearBees verändern: 98% aller Honigbienen in Deutschland werden als Hobby oder im Nebenerwerb gehalten. Der Aufwand und die Kosten dafür sind groß. Gleichzeitig wird 80% des Honigs in deutschen Supermärkten aus dem Ausland importiert. Das führt dazu, dass immer weniger Menschen Berufsimker werden. Über nearBees können auch die Nebenerwerbsimker ihre Ernte unkompliziert und kostendeckend verkaufen. Und damit zum Erhalt der Honigbiene beitragen und das Bienensterben stoppen.

Wir brauchen unsere Bienen nicht nur für Honig. Viel mehr noch, sind wir abhängig von ihrer Bestäubung. Bee-Rent macht auf das Problem mit dem Slogan “Honig kann man importieren, ihre Bestäubungsleistung nicht!” aufmerksam. Das Unternehmen vermietet Bienenvölker an Unternehmen und Privatpersonen. Um die Pflege der Bienenvölker sowie alle anfallenden Aufgaben kümmert sich Bee-Rent in Zusammenarbeit mit örtlichen Imkern. Mehrmals im Monat werden die Völker kontrolliert. Die gesamte Ernte eines Jahres gehört dann dem Bienenpaten.

Bienen fliegen fleissig - auch für uns © Malchus Kern
Honig von nebenan kann man jetzt über das Internet bestellen © Malchus Kern

Die Bienen sind ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems. Es gibt viele Gründe, welche zum Rückgang der Insekten beitragen. Und genauso viele Dinge, die wir dagegen tun können. Was für den Supermarkt eine PR-Aktion war, sollte jeden von uns zum Nachdenken anregen. So kann die Aktion nachhaltig wirken!

Malchus Kern schreibt als Freier Autor über Nachhaltigkeit, insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung und digitale Innovationen. Auf seinem Balkon versucht er sich an Selbstversorgung.

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