Zu viel Öko?

Wird der Begriff „Ökostrom“ seinem Wert gerecht?

Noch vor 20 Jahren galten Ökos als weltfremde, müsliessende, birkenstocktragende Naturleute, die ständig irgendwo in Naturschutzgebieten herumschlappen. Wenig Menschen wollten sich mit solchen Leuten assoziieren; sie galten mehr als seltsame Außenseiter als ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft. Und, auf jeden Fall ging es mir so, man war als Öko auch stolz auf sein Anderssein.

Wenn Öko ursprünglich Außenseitertum bedeutet, haben wir dann mit dem Begriff „Ökostrom“ nicht einen denkbar ungünstigen Begriff gewählt? Ökostrom hat nichts mit Außenseitertum zu tun, im Gegenteil! Ökostrom  muß so rasch wie möglich ein ganz normaler Bestandteil unserer Gesellschaft werden, den alle, vom „Öko“ bis zum Bank-Manager mit der gleichen Selbstverständlichkeit beziehen, wie sie sich Brötchen vom Bäckerladen holen.

Ökostrom ist sehr viel mehr als Öko. Er ist die Lebensversicherung unserer Kinder. Und Ökostrom ist kinderleicht zu beziehen, indem man einfach den Anbieter wechselt. Wäre daher eine treffendere Bezeichnung vielleicht „Kinderstrom“, auch im Gegensatz zu Strom aus althergebrachten fossilen Energien? Während viele noch an ihren alten Vorurteilen gegen „Ökos“ hängen, kann kein vernünftiger Mensch etwas gegen Energie sagen, welche unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft ermöglicht.

Maiken Winter

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