Was gibt es denn da zu lachen? Teil 2

Die Ausmasse eines uneingeschränkten Klimawandels sind unvorstellbar. Die Dringlichkeit effektiver Aktionen größer als nie zuvor. Die Passivität vieler Menschen unverständlich. Die ewigen Diskussionen Nerven-aufreibend. Immer mehr frage ich mich, was wir bei der Kommunikation falsch machen, was wir bisher übersehen haben. Dabei stiess ich auf ein Buch „Nach mir die Sintflut“, herausgegeben von der Sächsischen Zeitung, in dem Cartoons zum selbigen Thema abgebildet sind. Noch nie habe ich so sehr über den Klimawandel lachen können. Fehlt uns vielleicht der Humor, um den Klimawandel effektiv zu kommunizieren? Ich fragte einige der – meiner Meinung nach – besten CartoonistInnen.

Heiko Sakurai begann schon als 20-Jähriger Karikaturen zu zeichnen. Nun ist er seit 18 Jahren als Karikaturist in Deutschland tätig, und lebt zur Zeit in Köln. Seine oben abgebildete Karikatur bewegt mich sehr, da sie uns deutlich die Absurdität unseres Verhaltens vor Augen führt. Es kann doch nicht angehen, daß wir uns tatsächlich hauptsächlich von Egoismus, Kurzsichtigkeit, und Trägheit leiten lassen?! Wo ist unser Respekt und Verantwortung für uns selbst, wenn wir schon nicht aus einem Gefühl der Verantwortung für anderes Leben handeln? 

Herr Sakurai, Was motiviert Sie am meisten bei Ihrer Arbeit als Karikaturist?
Die Hoffnung, die möglichst beste und treffendste Zeichnung zu einem bestimmten Thema zu machen und den Betrachter zumindest zum Nachdenken und/oder Lachen zu bringen.

Was hat Sie dazu motiviert, den Dampfer zu zeichnen?
Es war das Thema des Tages, ich habe darüber nachgedacht, wie ich es am besten in ein Bild übersetze, und bin auf diese Idee gekommen.

Durch welche Informationen werden die Menschen Ihrer Meinung nach am effektivsten und langwierigsten aufgerüttelt?
Durch Informationen, die ihnen klar machen, daß ein Problem sie selbst und ihr eigenes Leben betrifft und direkte Auswirkungen auf sie hat, und dies in naher Zukunft.

Warum sind – Ihrer Meinung nach – viele Menschen weiterhin nicht oder nur geringfügig am Klimaschutz beteiligt?
Weil die Auswirkungen erst langsam deutlich werde, weil alle Gegenmaßnahmen die Lebensqualität einschränken würden und also wehtun, weil der Leidensdruck noch nicht groß genug ist.

Fehlt uns vielleicht der Humor, um den Klimawandel effektiv zu kommunizieren?
Glaube ich kaum, das hat damit nichts zu tun. Die Informationen sind alle da, es fehlt nur die Bereitschaft, die nötigen Konsequenzen zu ziehen, denn: siehe oben.

Was, denken Sie, wäre nötig, damit Ihre Arbeit, und die Ihrer Kollegen, noch effektiver dazu beitragen kann, einen effektiven Umschwung im Klimaschutz zu erreichen?
Siehe oben: es ist wohl nicht so, daß wir Aufklärungsarbeit leisten müßten – es ist allegemein bekannt, wo das Problem liegt.

Herzlichen Dank!
Maiken Winter

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