Virtuelles Wasser

Virtuelles Wasser; Bild: shutterstock

Der tägliche Wasserverbrauch eines Durchschnitts-deutschen liegt bei knapp 130 Litern. Der größte Teil davon wird über die Toilette und Dusche genutzt. Addiert man den indirekten oder virtuellen Wasserverbrauch hinzu, wird dieser Tageswert um ein Vielfaches überstiegen. Als Virtuelles Wasser wird das Wasser bezeichnet, das durch die Herstellung von Konsumgütern und Nahrungsmitteln verbraucht wird. Damit steigt der durchschnittliche tägliche Wasserverbrauch auf rund 5.300 Liter. Ungefähr die Hälfte des virtuellen Wasserbedarfs der Deutschen fällt bei der Herstellung von Importprodukten im Ausland an. Als wasserintensiv gelten tierische Produkte (insbesondere Fleisch), Baumwolle, sowie Kaffee und Kakao.

21.300 Liter Wasser stecken in der Produktion von einem Kilogramm Röstkaffee, was 140 Litern Wasser pro Tasse Kaffee entspricht. Für die Erzeugung einer Tasse Tee werden „nur“ 30 Liter Wasser verwendet. Besonders viel Wasser steckt in tierischen Produkten wie zum Beispiel Fleisch. Bis zur Schlachtreife eines Rindes hat das Tier ungefähr 1.300 Kilogramm Soja und Getreide gefressen. Hinzu kommen etwa 7.000 Kilogramm Gras, Heu und Silage. Außerdem trinkt es in diesem Zeitraum von drei Jahren 24.000 Liter Wasser. Auf ein Kilogramm Rindfleisch ohne Knochen kommen so 15.500 Liter Wasser. Doch nicht nur Fleisch, auch Milch und Käse schlagen mit großen Mengen an virtuellem Wasser zu Buche. Für ein Kilogramm Käse werden rund zehn Liter Milch benötigt – und für deren Herstellung etwa 10.000 Liter Wasser für die Produktion der Futtermittel, das Tränken und die Verarbeitung.

Doch nicht nur in Lebensmitteln, auch in Konsumgütern ist viel Wasser versteckt. Für die Erzeugung einer Jeans werden 11.000 Liter Wasser aufgewendet. Über 9.000 Liter davon schluckt der Baumwollanbau. Doch auch andere Konsumgüter, wie zum Beispiel PCs, benötigen mit 20.000 Litern viel Wasser (Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e. V.).

Konsequenzen des hohen Wasserverbrauchs in ariden oder semiariden Gebieten sind bereits durch die Austrocknung des Aralsees deutlich geworden.

Durch die Wahl der Lebensmittel und Konsumgüter kann jeder seinen Wasserfußabdruck beeinflussen – beispielsweise bei der Frage nach Kaffee oder Tee oder durch den Verzicht auf wasserintensives Rindfleisch. Und wer nicht jeden Modehit mitmacht und Jeans kauft, die ein Jahr später nicht mehr getragen werden können, spart nicht nur Geld, sondern auch Wasser.

Judith Kronberg

1 Kommentar

  • Die Zahlen sehen immer erschreckend aus, aber mir fehlt dabei die Angabe, wie sie ermittelt wurden. Nehmen wir den Wasserverbrauch für das Kilo Rind. Sind die Literangaben in Bezug auf die Futtermittel über die durchschnittliche Flüssigkeitsaufnahme eines Hektar Gras errechnet, oder wird diese Wassermenge tatsächlich zusätzlich vom Bauern per Sprinkleranlage verteilt ?
    Wenn errechnet wird, was die Kuh in drei Jahre trinkt, wird dann auch der Anteil den sie wieder ausscheidet abgezogen ?
    Das diese Flüssigkeiten nicht trinkbar sind kann nicht gelten, schließlich können wir das Wasser aus einer Pfütze auch nicht trinken.

    Ich will damit nicht sagen, dass wir kein Wasser verschwenden, aber nur ein paar Zahlen aus einer Statistik zu reißen halte ich für zu einfach.

    Gruß Chris