Versichern gegen Radioaktivität

Radioaktivität; Bild: shutterstock

Die Gefahren radioaktiver Strahlung sind allseits bekannt. Obwohl es für fast alle Lebensbereiche gleich mehrere Versicherungen gibt, kann man sich kaum gegen Schäden durch Radioaktivität absichern.

Durch das Reaktorunglück in Fukushima wurde die Menschheit erneut wachgerüttelt. Die Gefahren der Kernenergie sind wieder einmal im allgemeinen Bewusstsein präsent. In Deutschland wird der Atomausstieg forciert, doch so schnell wird er nicht von statten gehen. Und bis zum nächsten Unglück wird die Debatte wieder abkühlen. Da stellt sich die Frage nach einem effizienten Versicherungsschutz gegen eventuelle Schäden durch atomare Strahlen. Die Frage ist besonders für Menschen von Belang, die in einem Atomkraftwerk arbeiten oder in der Nähe eins solchen wohnen.

Eine sogenannte „Radioaktivitätsversicherung“ gibt es (noch) nicht. Auch im Rahmen anderer Versicherungen existiert weder für Personen noch für Sachen ein wirklicher Schutz.

Personenversicherungen gegen radioaktive Strahlung

Keine einzige der privaten Personenversicherungen gewährt einen erschöpfenden Schutz gegen radioaktive Strahlung:

    • Die private Unfallversicherung zahlt nicht, sobald Menschen durch Radioaktivität zu Schaden kommen.
    • Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung besteht gemäß den Musterbedingungen des Gesamtverbandes für Versicherungen (GDV) sogar ein Leistungssauschluss für Strahlungsschäden ab 100 Elektronen-Volt. Dieser Wert ist bei Atomstrahlen deutlich höher.  Dennoch bieten ein paar wenige Privatversicherer Tarife mit integriertem Strahlenschutz im Rahmen der Berufsunfähigkeitsversicherung an.
    • Private Rentenversicherungen sowie Kapital- und Risikolebensversicherungen kommen zwar für Personenschäden durch in der Nähe von Atomkraftwerken austretende atomare Strahlung auf, aber die Policen haben einen Haken: Die Versicherung zahlt nicht, wenn Freisetzung der radioaktiven Strahlen vorsätzlich herbeigeführt wurde, zum Beispiel bei einem Attentat auf das entsprechende Atomkraftwerk.

Sachversicherungen gegen radioaktive Strahlung

Sachversicherungen gegen Strahlenschäden gibt es gar keine. Wird zum Beispiel ein Haus infolge eines Reaktorunglücks während der Abwesenheit der Eigentümer zerstört, gehen sie leer aus. Die Wohngebäudeversicherung greift in solch einem Fall nicht.

Tabuthema Strahlenschäden

Bei einer Katastrophe größeren Ausmaßes ist der Versicherungsschutz ohnehin unnötig, eventuell existiert die Versicherung dann selbst nicht mehr. Aber für die Gesundheit der Menschen, die in einem Atomkraftwerk arbeiten oder in der Nähe wohnen, sowie für neu errichteten Immobilien in der Umgebung eines Kraftwerks etc. wären Absicherungen schon sinnvoll. Nur scheint sich die Versicherungsbranche noch nicht an das Tabuthema ranzutrauen. Zudem müssten die Verträge erst einmal konzipiert werden, was das eine oder andere Problem aufwirft: Zum Beispiel ist es im Rahmen von Personenversicherungen nicht so einfach nachweisbar, dass eine Erkrankung auf radioaktive Strahlung zurückzuführen ist.

Der eigene Beitrag zum Schutz gegen atomare Strahlung

Solange es keine angemessenen Policen gibt, gilt es, nicht tatenlos abzuwarten. Jeder kann selbst zum eigenen Schutz beitragen sowie seine Nächsten und ihren Besitz schützen. Das fängt schon im Kleinen an – zum Beispiel bei der Entscheidung für einen Ökostromanbieter oder der Option, in den Ausbau Ökologische Projekte zu investieren.

Jennifer Gregorian

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