Umwelthauptstadt macht mobil

Güterzüge; Foto: shutterstock

Groß und grün ist sie, Hamburg, die Umwelthauptstadt Europas 2011. Doch sich gegen 34 Mitbewerber durchzusetzen scheint der Hansestadt längst nicht zu genügen. Sie ruht sich keineswegs auf ihrem Titel aus, sondern möchte ganz Europa an ihren Visionen von einer grünen Zukunft teilhaben lassen. Und das auf ganz ungewöhnliche Art und Weise – mit dem Train of ideas.

Seit April rollt der „Zug der Ideen“ quer durch Europa und soll bis Oktober in 18 Städten Halt gemacht haben. In den sechs Containern wird den Menschen dabei aufgezeigt, wie „grün“ es sich leben lässt. Wer wäre dazu auch besser in der Lage,

als die Hafen- und Industriestadt Hamburg? Schließlich hat sie ihr Engagement bereits eindrücklich unter Beweis gestellt und kann Antworten auf die Frage, wie Nachhaltigkeit, Klimaschutz und urbanes Leben zusammen passen, geben.

Paradedisziplinen, mit der Hamburg auch die Jury der EU-Kommission beeindruckte und dabei die Musterstädte in Sachen Umweltfreundlichkeit, wie etwa Kopenhagen, Oslo und Stockholm ausstach, war vor allem die CO2-Reduktion um 15 Prozent seit dem Jahr 1990. Auch die besonders gute Trinkwasserqualität und der hohe Radverkehr in der Umwelthauptstadt waren der Jury den Titel „Green Capital“ wert. In einem der Container des Ideenzugs können die Besucher daher Hamburg selber virtuell mit dem umweltfreundlichen Drahtesel erkunden und der HafenCity, dem Vorzeigeprojekt aus dem Bereich innerstädtischer Wohnbau, einen Besuch abstatten. In einem anderen Container lassen sich via Scanner die Wasserqualitäten verschiedener Flüsse in Europa abfragen und sogar eine eigene, umweltfreundliche Wunsch-Stadt errichten. Auf anschauliche Weise bekommt der Besucher dann noch einige Kernfragen des täglichen Lebens erläutert. Etwa ob Butter oder Margarine fürs Klima bekömmlicher ist oder was sich aus klimatechnischer Sicht auf dem Teller besser macht, Rind oder Schwein. Ein Zug, der nicht umsonst seine Bezeichnung trägt und zum aktiven Mitdenken anregt – auch dann noch, wenn er schon längst wieder von den Schienen verschwunden ist.

Judith Schomaker

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