Umweltfreundliche Materialien und Produkte für den Alltag

Green Design

Fast alle Produkte unseres täglichen Lebens belasten in irgendeiner Form die Umwelt. Doch das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung wächst und gibt immer mehr Designern Anlass, nachhaltige Produkte zu kreieren.

Es gibt Produkte, die schädigen die Umwelt vor allem während ihrer Produktion. Bei der Gewinnung von Gold für Schmuck werden beispielsweise Unmengen an giftigen Chemikalien eingesetzt – insbesondere Zyanid, das das Gold aus dem Gestein löst. Ganze Landstriche werden dadurch verseucht.

Bei einigen Produkten schlägt wiederum die Nutzungsphase stark zu Buche. Hierzu gehören neben Geräten oder Fahrzeugen, die mit fossilen Energien betrieben werden, auch zum Beispiel Farben, Lacke sowie Werkstoffe, die toxische Verbindungen freisetzen.

Andere Produkte belasten die Umwelt dagegen insbesondere bei ihrer Entsorgung. Hierzu zählen unter anderem ausgediente Akkus, Batterien oder Kompaktleuchtstofflampen die Quecksilber enthalten.

Ökologische Alternativen
Für gewöhnlich gibt es aber für jedes Problem eine Lösung – beziehungsweise für jedes Produkt eine Alternative.

„Nachhaltiges Design“, auch „Green Design“, „Ecodesign“, „Sustainable Design“ oder „Ökologisches Design“ genannt, beschäftigt sich mit der nachhaltigen Gestaltung von Produkten. Insbesondere geht es dabei darum, mit einem möglichst geringen „Einsatz der verfügbaren Ressourcen einen möglichst großen Nutzen für alle beteiligten Akteure (entlang der Wertschöpfungskette) bei minimaler Umweltbelastung und unter sozial fairen Bedingungen zu erreichen“. Die Anforderungen an Produkte sollten sich also nicht ausschließlich auf die Funktionalität und Ästhetik beschränken, sondern auch ökologische und soziale Ansprüche mit einschließen.

Nachhaltige Ansätze
Zu den verschiedenen Ansatzpunkten, wie Produkte nachhaltiger gestaltet werden können, gehören zum Beispiel:

  • das Ersetzen von umwelt- und gesundheitsgefährdenden Stoffen durch alternative Stoffe (so haben beispielsweise Forscher herausgefunden, dass man Gold nicht weniger effektiv aber dafür umweltfreundlich mit Alpha-Cyclodextrin, ein auf Art Maisstärke basierter Zucker, gewinnen kann)
  • der Einsatz erneuerbarer Ressourcen,
  • der Einsatz biologisch abbaubarer Materialien,
  • die Rezyklierbarkeit der eingesetzten Materialien,
  • Langlebigkeit und zeitlose Gestaltung,
  • Modularität (einzelne Bauteile, die sich unterschiedlich zusammenbauen lassen),
  • Multifunktionalität,
  • Reparaturfähigkeit und Wartungsfreundlichkeit.

Büchertipps
Interessante Beispiele für nachhaltige Produkte gibt es viele: Taschen aus Airbags, ökologisch korrekte Jeans, Fahrräder aus Recyclingkarton sowie Garn aus Milch. Wer sich näher in das Thema „Ökologisches Design“ einlesen möchte, dem empfehlen wir folgende Bücher:

Ecodesign – Umweltfreundliches für den Alltag
Die beiden Ökodesignerinnen Silvia Barbero und Brunella Cozzo bieten in ihrem gemeinsamen Buch „Ecodesign – Umweltfreundliches für den Alltag“ einen umfassenden Überblick über Objekte und Projekte, die für grüne Ästhetik und nachhaltigen Lifestyle stehen und Design, Innovation und den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen phantasievoll vereinen. Auf über 350 Seiten werden mit vielen bunten Bildern und Kurztexten sowohl in englischer, deutscher als auch französischer Sprache originelle Ideen aus den Bereichen Haushaltsgeräte, Möbel, Licht & Energie, Transport, Bekleidung & Accessoires, Spielzeug, Verpackung und Grafikdesign vorgestellt.

Das Buch ist 2012 in der h.f.ullmann publishing GmbH erschienen und ist für 14,99 Euro im Buchhandel erhältlich.

Green Design 3DGreen Design

In seinem Werk „Green Design“ präsentiert Dorian Lucas anhand von Bildern und Erläuterungen, abgerundet durch kapiteleinleitende Essays, die interessantesten „grünen“ Produktideen aus den Kategorien Energy, Fashion, Home, Light, Public und Work. Insgesamt werden rund 100 Produkte vorgestellt, die sowohl Nachhaltigkeit thematisieren als auch hohe Ansprüche an das Design stellen: Von umweltfreundlichen Autos über essbare Trinkbehälter, kultige Taschen aus japanischem Zedernholz bis hin zu Rollkoffern aus umrangierten Kanistern sind der grünen Phantasie keine Grenzen gesetzt.

„Green Design“ erschien 2011 in der Braun Publishing AG und ist für 29,90 Euro über den Buchhandel zu beziehen. Das Buch ist in englischer Sprache verfasst.

Materialrevolution 2

Sascha Peters bietet mit seinem Buch „Materialrevolution 2“ einen aktuellen Überblick über am Markt erhältliche nachhaltige Materialien. Nach dem großen Erfolg von „Materialrevolution“ hat der Autor einen zweiten Band verfasst, der die rasante Entwicklung der Materialforschung berücksichtigt und neue Werkstoffe vorstellt, die seit Erscheinen des ersten Bandes 2011 auf den Markt gekommen sind. Das Buch richtet sich in erster Linie an Designer beziehungsweise Architekten selbst. Denn ihr Interesse am Wissen um die Nachhaltigkeit der neuen Materialien ist nach wie vor ungebrochen. Ein eigenes Kapitel informiert deshalb über Kriterien und Faktoren für nachhaltiges Produktdesign sowie über innovative Projekte, in denen Designer und Architekten mit neuen Werkstoffen und Technologien gearbeitet haben.

„Materialrevolution 2“ erscheint im Januar 2014 in der Birkhäuser Verlag GmbH und ist für 89,95 Euro im Buchhandel erhältlich.

Corinna Lang

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