Toiletten für Gando – Warum sanitäre Anlagen so wichtig sind

Mädchen und Junge

Nicht nur mit Solarlampen sollten die Lebensbedingungen der ärmlichen Bevölkerung in dem kleinen Dorf Gando in Burkina Faso zukünftig verbessert werden. Toiletten, die bei uns doch fester Bestandteil sanitärer Anlagen sind, können dort einen beträchtlichen Beitrag zur Eindämmung von Krankheiten leisten.

Zunächst scheint die Idee, Toiletten für Gando zu finanzieren und zu errichten, wohl etwas rudimentär. Doch ist der Bau der Toiletten dringlich. Denn durch den Mangel sanitärer Anlagen erleichtern sich die Menschen auf dem Feld, Kinder spielen hier meist barfuß. In der Folge werden zum einen die Fäkalien in der Regenzeit durch das Dorf gespült, zum anderen heften sich Krankheitserreger direkt an die Menschen. So wichtig Toiletten für die gesundheitliche Entwicklung einer Gemeinde sind, so unwichtig erschienen sie bisher in Gando.

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Die Bevölkerung an die Nutzung von Toiletten in ihrem Alltag zu gewöhnen, ist dabei keine leichte Aufgabe, weshalb die sanitären Anlagen nun in das Schulprojekt „Licht für Gando“ integriert werden. Somit kann den Schülern von Beginn an die Wichtigkeit der Nutzung nahe gebracht werden. Denn vor allem Mädchen sind es, die von der mangelnden Hygiene betroffen sind: Viele Mädchen gehen während ihrer Menstruationsphase nicht in die Schule, weil die entsprechenden sanitären Anlagen fehlen – manche brechen in der Pubertät ihre Schulbildung deshalb sogar ganz ab.

Um dies zu verhindern soll, neben der Installation von Toiletten, eine weitere Entwicklung die jungen Frauen bei ihrer Weiterbildung unterstützen: Afripads. Dies sind wiederverwendbare (waschbaren) Binden, die von ugandischen Frauen hergestellt werden und bis zu einem Jahr wiederverwendet werden können und nur 20 Prozent der handelsüblichen Binden kosten.

Was die sanitären Anlagen betrifft, werden so genannte Ecosan-Toiletten eingebaut. Im Gegensatz zu den üblichen Latrinen wird hier der Urin von den festen Stoffen getrennt, sodass einerseits Geruchsbildung vermieden wird, zum anderen der Urin sofort als Dünger verwendet werden kann, da die festen Stoffe erheblich schneller keimfrei werden und zu wertvollem Humus trocknen. Wie die vorangegangen Projekte, werden auch die Toiletten von der Dorfgemeinde eigenständig gebaut. So werden die Bautechniken weitergegeben und die Gemeinde akzeptiert das Toilettenkonzept besser.

Die ersten zwei Ecosan-Toiletten wurden bereits im April 2013 fertigstellt, weitere sind geplant, sodass die Toiletten im Schulbetrieb bald einen ganz natürlichen, integralen Bestandteil bilden und damit zur Gesundheit in Gando beitragen können. 

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