Szenixx: Partys unter Bäumen

René Gues, Gründer und Obmann des Vereins Szenixx, im Expertengespräch mit dem CleanEnergy Project. Unsere Gesprächsthemen: der Szenixx-Wald, das Umweltbewusstsein der Partygeneration sowie Nachhaltigkeit bei Partyveranstaltungen.

Szenixx ist ein österreichischer Verein zur Förderung und Erhaltung jugendlicher Kommunikation. Die Mitglieder betreiben unter anderem eine Partywebsite. Hier informieren sich Jugendliche über bevorstehende Clubbings, Konzerte, Partys und andere Veranstaltungen. Trotz ausgelassener Feste vergessen die Vereinsmitglieder dennoch nicht auf unsere Umwelt und pflanzen einen eigenen Szenixx-Wald.

Herr Gues, Sie haben die Pflanzung eines eigenen Szenixx-Waldes initiiert. Wie können wir uns diese Aktion im Detail vorstellen?

Vor rund einem Jahr hatten wir die spontane Idee, jede Woche einen Baum zu pflanzen. Daraufhin haben wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Partner gemacht, der uns bei der Realisierung unseres Vorhabens unterstützt. Da wir über kein geeignetes Grundstück in unserer unmittelbaren Nähe verfügen, haben wir beschlossen, uns an eine international tätige Organisation zu wenden.

Im April 2010 wurden die ersten Bäume gepflanzt. Dabei haben wir gesehen, dass die Umsetzung unserer Idee überraschend einfach und reibungslos verläuft. Heute umfasst unser Szenixx-Wald bereits 150 Bäume und stärkt unser Klima auf breiter Basis. Wir haben unser ursprüngliches Ziel also nicht nur erreicht, sondern sogar deutlich übertroffen.

Welche Pläne haben Sie mit dem Szenixx-Wald für die Zukunft?

Natürlich werden wir auch weiterhin Bäume pflanzen. Dazu haben wir eine Strategie erarbeitet, die primär zwei Hauptziele verfolgt.

In den kommenden Jahren werden wir unseren Szenixx-Wald kontinuierlich vergrößern. Diese Bäume werden in Regionen gepflanzt, die massiv von der großflächigen Abholzung tropischer Regenwälder und der daraus resultierenden Bodenerosion betroffen sind. Schnell wachsende Bäume verbessern hier in kurzer Zeit die lokalen Bedingungen. Global betrachtet entfernt unser Wald jedes Jahr unzählige Tonnen Emissionen und ersetzt diese durch wertvollen Sauerstoff.

Parallel dazu sind wir auch hier in der Steiermark aktiv. Mittlerweile haben wir ein kleines Grundstück gefunden, um auch hier Bäume zu pflanzen. In diesem Fall geht es uns darum, unseren Beitrag zur Wiederherstellung der früheren Artenvielfalt zu leisten. Daher planen wir, auf diesem Grundstück hauptsächlich solche Bäume anzupflanzen, die alten Obstsorten oder anderen, seltenen Arten angehören. Zur Realisierung dieses Projekts benötigen wir jedoch noch etwas Zeit.

Wie schätzen Sie das Umweltbewusstsein der jungen Generation ein. Machen sich die Jugendlichen Gedanken um die Umwelt?

Uns ist aufgefallen, dass die Reaktionen auf unseren Szenixx-Wald sehr positiv sind. Das bekräftigt uns natürlich in unserem Vorhaben und gibt Kraft für weitere Taten.

Momentan haben wir über 15.000 registrierte Mitglieder. Jeden Monat besuchen rund 35.000 Besucher unseren Internetauftritt. Ich kann nur schwer abschätzen, wie viele Jugendliche davon aktiv zum Klimaschutz beitragen. In meinem persönlichen Umfeld ist Klimaschutz sicherlich kein Thema, über das täglich diskutiert wird. Unser Wald beweist jedoch, dass wir uns durchaus der Gesamtproblematik bewusst sind. Meines Wissens gibt es jedoch keinen weiteren Jugendverein in Österreich, der ein ähnliches Projekt betreibt.

Wie schätzen Sie die Nachhaltigkeit der Partyveranstaltungen ein, auf die Ihre Website hinweist?

Ich fürchte, im Großen und Ganzen vernachlässigen die österreichischen Veranstalter von Clubbings und sonstigen Partys das Thema Nachhaltigkeit. Vereinzelt entdecken wir zwar Ansätze in diese Richtung, generell jedoch werden die Veranstaltungen nach wie vor auf herkömmliche Art und Weise organisiert und abgehalten.

Als Verein zur Förderung und Erhaltung jugendlicher Kommunikation ist es nicht unsere Aufgabe, die Veranstalter zur Änderung ihrer Vorgehensweise zu bewegen. Wenn sich jedoch der eine oder andere Organisator an unserem Szenixx-Wald ein Beispiel nimmt und unser Projekt unterstützt, so freut uns das natürlich.

Herr Gues, herzlichen Dank für das Gespräch.

Joachim Kern

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