Smart Cities – Nachhaltige Zukunft der Stadt(-werke) Teil 9

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Neue Spieler und Kooperationen im Energiespielfeld – Google meets Stadtwerk? &
Vision: Vertikale Bauernhöfe in Ballungsräumen – Einkaufen beim Bauern in der smart City

Die Markteintrittsbarrieren zum Einstieg in den Energiehandel und -vertrieb sind für neue „Player“ gering geworden, insbesondere dann, wenn Sie über Marktmacht im Kerngeschäft verfügen und bereits im Massen-Konsumermarkt (internetbasiert) tätig sind. Verstärkt wird dies durch Kooperationen oder Joint Ventures im Energiesektor. So sind Energieverbrauchsdaten online direkt in einem Google-Portal übermittelbar, Tarife über die Google-Plattform distribuierbar und durch Billing-Software abrechenbar.

Jeder „Klick“ auf die Seite eines beispielsweise international agierenden Suchmaschinenanbieters sorgt für Cross-Selling durch Werbeeinnahmen. Heute hat jedes Automobilunternehmen eine hauseigene Bank, um durch Finanzierungsprodukte den Abverkauf ihrer Automobile zu fördern. Ferner hat jedes Automobilunternehmen für den eigenen Energieeinkauf einen „Trading Floor“, jedoch noch keine Energiemarke für ihre Fahrzeuge (Smart-Auto, Smart-E-Roller, BMW-E-Mini, Mini-E-Roller, Peugeot iOn und E-Roller Vivacity, etc.). Lichtblick und VW AG haben es im Segment Mini-Heizkraftwerk vorgemacht, dass branchenübergreifende Kooperationen sinnvoll sind.

Vision: Vertikale Bauernhöfe in Ballungsräumen – Einkaufen beim Bauern in der Smart City

Vision: Vertikale Bauernhöfe in Ballungsräumen – Einkaufen beim Bauern in der Smart CityUnsere Gebäude brauchen keine Innenwände, sondern Hydrokulturfelder, in denen Getreide oder Reis gedeiht, in  Regalen wächst das Gemüse und in Wassertanks werden Garnelen und Fische aufgezogen, so Dickson Despommier von der Columbia University in New York. Licht und Wärme kommen von Solarenergie, Wind- und/oder Wasserkraft, der Dünger könnte aus der Kanalisation kommen. Tausende von Menschen könnten in Ballungsräumen mit ökologischen Frischprodukten vor Ort durch Bereitstellung mit regenerativen Energien versorgt werden. Gemüse, Obst und Geflügel könnten vom Bauernhofhochhaus um die Ecke geholt werden. Hierdurch könnten durch wegfallende Transport- und Kühlung immense CO2-Emissionen gespart werden.

Auch die Wassereffizienz ist mittels geschlossener Wasserkreisläufe wesentlich höher. Im System eines vertikalen Bauernhofes wäre etwa ein Liter Wasser pro Kilogramm Reisernte erforderlich. Im freien Anbau benötigt ein Kilogramm Reis zirka 700 Liter Wasser, so Despommier. Die größte Herausforderung ist der Energiebedarf der Hochhausfarmen, da die Pflanzen künstlich beleuchtet werden müssen.

Auch bei kühnen Smart City-Visionen werden Stadtwerke als Partner vor Ort in ihrer Kompetenzvielfalt künftig gefragt sein.

Dieter Lindauer

 

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