Skeleton Sea Surfer Skulpturen versus Zivilisationsmüll im Meer

Free Flip Flop Fish

Es ist schier unglaublich wie wenig sorgsam wir, ganz speziell die junge Generation, mit unserem wertvollsten Gut umgehen – der Erde. Es sind nämlich nicht immer nur die bösen Öl-Konzerne, die unsere Meere verpesten und damit Millionen von Leben in Gefahr bringen, auch kleine Delikte können in ihrer Summe einen großen Schaden anrichten. Tonnen von Müll werden jedes Jahr an den Strand gespült und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Genau hier setzt der Kunstgeist der Gruppe Skeleton Sea an. So haben die Surfer Xandi Kreuzeder, Jao Parrinha und Luis de Dios am Strand von Fuerteventura aus unzähligen liegengelassenen sowie gestrandeten Flip Flops den „Free Flip Flop Fish“ erschaffen und wollen damit ein Zeichen setzen, nämlich dass „bald mehr Flip Flops im Meer schwimmen als Fische“, wenn sich das Bewusstsein gegenüber unserer Umwelt nicht maßgeblich verändert.

Die Idee zu ihrem Müllprojekt kam den bis dato unbekümmerten Surferboys, als sie dem Müll in São Jorge auf den Azoren nur noch mit einem Bagger hätten Herr werden können. Aus dem geplanten Wellenritt in einer idyllischen Bucht wurde ein Müllslalom durch Berge von Wrackteilen, Bojen, kaputten Boards, Schwemmholz, Tierkadavern, Knochen und Unmengen von Plastikmüll. Der Slalom wich schließlich der Faszination und aus Faszination entstanden erste Müllskulpturen unter dem Motto „Keep The Oceans Clean“. Zuletzt hat die Skeleton Sea Artist Group 20 ihrer Kunstwerke beim Surfilmfestibal 2010 einem Publikum von 3.500 Besuchern sowie beim The Roxy Jam präsentiert. Mehr noch, die Ausstellung im The Aquarium of Donostia wurde sogar bis zum 15. September verlängert und ist dann fortführend bis zum 31. Oktober im The Maritime Museum of Bilbao zu sehen.

Besonders Exemplare wie „Bin Tin“, der angsteinflößende zwei-Meter-Fisch mit neun Mägen dürfte den Besuchern in Erinnerung bleiben. Das Meermonster aus Plastik, Stahl, Draht und Schrott soll einen umweltfreundlichen Fisch der Gattung Müllfresser darstellen und so an das Umweltbewusstsein der Menschen appellieren. Oder die Skulptur des ölverpesteten und in Müll verschlungenem Vogels mit dem passenden Namen „Prestige“, die besonders in Zeiten des BP-Skandals den Nagel auf den Kopf trifft wie es tausend Worte nicht besser könnten. Aber nicht jedes der Skeleton Sea Kunstwerke ist bereits auf den ersten Blick derartig bedrückend wie „Bin Tin“ oder „Prestige“.

Fisch2Das liegt nicht zuletzt an der Vielfalt, die das Surfer-Trio mit sich bringt. Zum einen stammen die Drei mit Fuerteventura, Lissabon und Kochel am See aus völlig verschiedenen Regionen und zum anderen spielen ihre verschiedenen Einflüsse aus Kunst, Fotografie und Musik eine große Rolle in ihrem Schöpfungsreichtum, dem sie sich einmal im Jahr gemeinsam an einem Surfer-Point auf der Welt widmen. Seit letztem Jahr haben die Skeleton Sea Künstler ihr Schaffensfeld sogar noch um eine Kooperation mit der Umweltorganisation Clean Ocean Project erweitert. In einem jährlichen Camp wurden und werden gemeinsam mit den Teilnehmern Strände vom Müll befreit, der schließlich zu inspirierenden Kunst-Objekten umfunktioniert wird.

Mit diesem Umweltengagement sind die kunstschaffenden Surfer aber längst nicht mehr allein, auch Surflegenden wie Kelly Slater unterstützen Umweltprojekte im Kampf um den Schutz der Ozeane.

Und so inspirierend die Skeleton Sea Kunstwerke auch sind, wäre es nicht sinnvoller der Müll würde gar nicht erst in die Meere und an die Strände gelangen? Was ist so schwer daran seinen eigenen Müll wegzuräumen und mitgebrachte Beach-Utensilien nach Gebrauch und Sonnenbad auch wieder mit nach Hause oder wenigstens bis zur nächsten Mülltonne mitzunehmen?

Christin Springer

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