Österreich: Abwrackprämie für Haushaltsgeräte

Es muss nicht immer die Politik sein, die über Abwrackprämien die Konsumenten auf sanfte Art und Weise zum Tausch energiefressender gegen stromsparende Konsumartikel animiert. In Österreich hat jetzt eine private Stiftung das initiiert, was auch hierzulande wünschenswert wäre.

„Trennungsprämie“ für Tausch alter Waschmaschinen und Wäschetrockner

Die UFH Umweltforum Haushalt GmbH & Co KG, eine 100-prozentige Tochter der UFH Privatstiftung mit Sitz in Wien, die für die Finanzierung verantwortlich ist, hatte Anfang April eine sogenannte „Trennungsprämie“ in Kooperation mit dem österreichischen Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft ins Leben gerufen.

 

Sie sah den Austausch alter Waschmaschinen und Wäschetrockner gegen moderne, energieeffiziente Geräte vor. Jeder Konsument, der diesen Schritt nachweisen konnte, wurde dafür mit einer „Trennungsprämie“ von 100 Euro belohnt.

Ende Mai war das Aktionsbudget von zwei Millionen Euro bereits aufgebraucht. Aufgrund dieses massiven Ansturms musste die Förderaktion, die eigentlich bis Ende Juni 2010 laufen sollte, vorzeitig gestoppt werden. Die älteste, eingetauschte Waschmaschine stammte aus dem Jahr 1955.

Verkauf von energieeffizienten Geräten gesteigert

Nach Informationen der Handelspartner der Aktion konnte im Vergleichzeitraum April bis Mai 2010 der Verkauf von energieeffizienten Waschmaschinen gegenüber dem Vorjahr um 600 Prozent auf 34.000 Geräte und von energiesparenden Wäschetrocknern um 140 Prozent auf 46.000 Geräte gesteigert werden.

Ziel der Aktion war es, den Energiebedarf und die CO2-Emissionen Österreichs zu senken und dabei gleichzeitig Stromkosten zu sparen. Damit wollte das UFH den Energieeffizienzgedanken nachhaltig in der gesellschaftlichen Wahrnehmung verankern. Publik gemacht wurde die Aktion über eine Inseratenkampagne in regionalen Medien sowie Online-Bannerschaltungen.

Wertvolle Sekundärrohstoffe aus Altgeräten

Gefördert wurde der Kauf von Waschmaschinen, deren Stromverbrauch pro Kilogramm Wäsche 0,15 Kilowattstunde oder weniger beträgt sowie Wäschetrockner mit Wärmepumpentechnologie und Energieeffizienzklasse A oder besser. Aus den alten Waschmaschinen und Wäschetrocknern werden wertvolle Sekundärrohstoffe gewonnen, was wiederum hilft, wertvolle Ressourcen zu sparen.

Da moderne Wäschetrockner bis zu 50 Prozent weniger Strom als noch 1990 benötigen beziehungsweise Waschmaschinen ihren Wasser- und Energiebedarf in diesem Zeitraum sogar mehr als halbiert haben, ist auch die CO2-Einsparung beträchtlich. Und darüber freut sich nicht nur das Klima, sondern auch der private Geldbeutel.

Daniel Seemann

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