OECD: Neuer Bericht zur Gesundheitsversorgung in Europa

Die Gesundheitsversorgung verbessert sich

Die Menschen auf der Erde werden nicht nur immer mehr, sie leben auch länger. Durchschnittlich ist die Lebenserwartung seit 1990 um mehr als fünf Jahre gestiegen. In einigen Ländern leben die Einwohner sogar bis zu 12 Jahre länger als noch vor 25 Jahren. Die Menschen werden jetzt weltweit durchschnittlich 71,5 Jahre alt. Zurückzuführen ist die gestiegene Lebenserwartung vor allem auf eine generell bessere Gesundheitsversorgung.

Doch leider reicht diese Versorgung bei weitem nicht in allen Ländern aus, um den Menschen ein so langes Leben zu ermöglichen. Auch nicht im vermeintlich reichen Europa. Denn obwohl die medizinische Versorgung innerhalb der EU in den vergangenen Jahren Fortschritte gemacht hat, gibt es auch beim europäischen Gesundheitssystem Ungleichheiten zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten und sogar innerhalb der Länder. Diese wirken sich deutlich auf die Lebenserwartung der Europäer aus.

In dem Bericht „Health at a Glance: Europe 2014“, vergleicht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) jetzt die Gesundheitsdaten der verschiedenen Länder Europas. Dadurch entsteht ein Bild über das bestehende Gesundheitswesen in der europäischen Gemeinschaft. Daraus wird ersichtlich, dass es deutliche Unterschiede in der Versorgung und damit auch der Lebenserwartung gibt. Bis zu acht Jahre länger leben demnach die Menschen in einigen Ländern verglichen mit ihren Nachbarn. Am längsten leben die Einwohner Frankreichs, Italiens und Spaniens. Am kürzesten diejenigen aus Bulgarien, Lettland, Litauen und Rumänien. Auch das Geschlecht bestimmt die Lebensdauer, denn noch immer leben Frauen länger als Männer.

Der Bericht gelangt zu der Schlussfolgerung, dass vor allem der sozioökonomische Hintergrund ausschlaggebend für die Lebensspanne der Europäer sei. Demnach leben Menschen mit einer besseren Bildung, denen meist auch mehr Geld zur Verfügung steht, länger und sind gesünder, als diejenigen mit nur geringem Einkommen und Bildungsgrad. Doch nicht nur der Bildungsgrad und die Gesundheitsversorgung sind dem Bericht zufolge entscheidend für die Lebenserwartung. Auch die äußeren Bedingungen und die individuelle Lebensweise sowie das Verhalten des Einzelnen spielen eine große Rolle, so das Fazit der Autoren.

Experten befürchten, dass sich die medizinische Versorgung in machen europäischen Ländern in den nächsten Jahren verschlechtern könnte. Denn viele Mitgliedsstaaten mussten während der vergangenen Jahre, insbesondere in Zeiten der Wirtschaftskrise, finanzielle Einbußen ausgleichen. Darunter habe in einigen Ländern auch das Gesundheitswesen gelitten. Dort wurden zum Teil massive Kürzungen vorgenommen, die sich jetzt auswirken.

Dennoch können die meisten Mitgliedsstaaten die Gesundheitsversorgung für fast alle Bürger gewährleisten. Nur in Bulgarien, Griechenland und Zypern haben viele Menschen Schwierigkeiten beim Zugang zum Gesundheitswesen, denn dort haben viele keine Krankenversicherung.

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