Der High Line Park in New York

Foto: Screen shot, Video von nydailynews

Ob in der Tageszeitung, der Politik, dem Umweltschutz oder der Wirtschaft, überall begegnet man derzeit dem Begriff Nachhaltigkeit. Diese soll auch in der Stadtentwicklung umgesetzt werden, doch mangelt es gerade in den großen Metropolen an Platz und Raum. Für eine Umsetzung nachhaltiger Konzepte im Städtebau sind neue, ungewöhnliche Ideen – wie die des High Line Parks in Manhattan, New York – gefragt.

Befand sich im Südwesten Manhattans früher das Industrieviertel mit unzähligen Schlachthäusern, so suchen heute viele Menschen den zum Park umgestalteten, damaligen „Meatpacking District“ zum Ausruhen, Spazieren, Spielen oder Picknicken auf.

Die Geschichte der Hochbahntrasse reicht zurück bis ins Jahr 1847, als erstmals die Genehmigung für den Bau einer zunächst ebenerdig geführten Bahnstrecke erteilt worden war. Auf Grund des hohen Verkehrsaufkommens in dem kleinen Industriegebiet wurde das Gleisbett im Jahre 1934 auf eine Höhe von etwa neun Metern verlegt. Somit konnten die einzelnen Gewerbe und Kaufhallen beliefert und miteinander verbunden werden. Doch das Aufkommen des internationalen Handelsverkehrs seit den 1950er Jahren machte den Schienenverkehr zwischen der Gansevoort Street und 30. Straße in Manhattan zunehmend überflüssig, bis die Hochbahntrasse ab den 1980er Jahren ungenutzt blieb.

Danach wurde es still um das ehemalige Handelsviertel. Doch mit dem Interesse junger Leute und Künstler setzte der Prozess der Gentrifizierung ab den 1990er Jahren ein. Verfallene Gebäude wurden saniert, Bars sowie Restaurants öffneten und Geschäfte folgten darauf. Um die inzwischen verwilderte Hochbahntrasse, welche so gar nicht in das aufstrebende Stadtviertel zu passen schien, dennoch zu erhalten, gründeten die beiden Anwohner Joshua David und Robert Hammond den Verein „Friends of the High Line“.

Mit der finanziellen Unterstützung des Vereins durch Schauspieler Ethan Hawke oder der Designerin Diane von Fürstenberg, sollte es möglich werden, die Idee eines öffentlichen Parks umzusetzen. Nach Machbarkeitsstudien, Architektenwettbewerben, Kosten- Nutzen-Abwägungen und der Entscheidung für ein Design-Team konnte im Jahre 2006 mit der Umgestaltung des Gleisbetts sowie dessen Umgebung begonnen werden. Hierzu blieben die Schienen sowie Teile des alten Gleisbetts erhalten. Der 1,6 Kilometer lange High Line Park kann seit seiner Eröffnung im Jahre 2009 durch acht Eingänge  vier davon gehbehindertengerecht – erreicht werden und zeichnet sich durch waldähnliche Flächen, Wiesen, Seen und Staudenbeete aus.

Doch damit ist die Umgestaltung des Areals noch nicht abgeschlossen. Auch den letzten Abschnitt der ehemaligen Hochbahntrasse möchten die Mitglieder des „Friends of the High Line“ in das Gesamtbild integrieren, um hier in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Parks und Erholung der Stadt New York das Konzept einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu vollenden.

Luisa Egenlauf

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