Münchens „grünes“ Sparbuch – Klima schützen & Geld sparen

Da liegt es nun also auf meinem Schreibtisch – Münchens erstes Klimasparbuch – mit über 60 Gutscheinen für einen nachhaltigen Lebensstil. Gespannt auf die Gutscheine im Wert von angeblich 500 Euro, nehme ich das schnuckelige, kleine Büchlein (siehe Foto) in die Hand und blättere es durch.

Zunächst fällt mein Blick etwas skeptisch auf Bons für kostenlose Öko-Finanzberatungen. Sind die nicht sowieso kostenlos? Oder was will ich mit 15 Prozent Rabatt für Baumwollwindeln? Auch das Angebot, eine Woche Urlaub auf Biobauernhöfen zum Preis von sechs Tagen, überzeugt mich nicht.

Trotzdem bin ich neugierig, was sonst noch in dem Büchlein steht, das von der Landeshauptstadt München und dem oekom e. V. herausgegeben wurde. Und so steige ich ein in einen kurzweiligen Überblick über München und seine CO2-Emissionen.

In den einzelnen Kapiteln über Lebensmittel, Konsum, Mobilität, Wohnen und Bauen sind auf anschauliche Art und Weise viele wissenswerte Informationen zusammengestellt. Aufschlussreiche Diagramme, zum Beispiel über die Treibhausgasemissionen verschiedener Lebensmittelgruppen und Ernährungsstile, und Sparschweine, die zeigen, wie viel CO2, beziehungsweise Euro, durch welchen Klima-Tipp eingespart werden können, lockern die Seiten auf. Bei vielen Themen weisen kleine Pfeile auf passende Gutscheine im hinteren Teil des Klimasparbuchs hin.

„Mit 60.000 EUR Investment in Solaranlagen kann man seinen jährlichen CO2-Fußabdruck ausgleichen“, lese ich auf Seite 31 und finde die kostenlose Beratung nachhaltiger Anbieter plötzlich gar nicht mehr so schlecht. Schnell wird klar: es geht nicht darum, sich ein Büchlein für 6,90 Euro zu kaufen und dadurch günstig an nachhaltige Produkte und Dienstleistungen zu kommen.

Es geht darum, Lust auf einen verantwortungsvollen Lebensstil zu bekommen. Und dies gelingt dem Klimasparbuch München 2010 auf äußerst sympathische Art und Weise. Die Gutscheine sind dabei nur eine nette Hilfestellung, beziehungsweise ein Anreiz, die nachhaltigen Angebote vor Ort auszuprobieren.

Corinna Lang

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