Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin

„Schreiben Sie mir einen Brief.“ – Als Matthias Willenbacher, Gründer und Vorstand der juwi-Gruppe, Anfang 2013 als Vertreter des Wirtschaftsbereichs Erneuerbare Energien Bundeskanzlerin Angela Merkel auf ihrer Chile-Reise begleitet, hat er auf dem Rückflug eine Idee. Er möchte die Gelegenheit nutzen, mit Merkel persönlich über die Umsetzung der Energiewende zu sprechen. Doch Willenbacher hat keinen Erfolg. „Schreiben Sie mir einen Brief.“ Mit diesen Worten der Kanzlerin ist das Thema beendet, als er sie um ein kurzes Gespräch bittet. Vorläufig. Denn Willenbacher, zunächst frustriert durch Merkels Reaktion, setzt sich dann doch irgendwann hin und beginnt alles aufzuschreiben, was er mit Angela Merkel im Flugzeug besprechen wollte.

Aber statt eines Briefs wird daraus ein ganzes Buch: „Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin. Denn die Energiewende darf nicht scheitern!“

In dem Buch erzählt Willenbacher, was er im Hinblick auf den Ausbau der erneuerbaren Energien erlebt und erfahren hat. Auch seine persönliche Geschichte, wie er vom Bauernjungen zum Geschäftsführer der Firma juwi wurde, stellt er in seinem Werk lebendig dar. Mit „Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin“ will Willenbacher „Informationen geben, mit deren Hilfe Menschen entscheiden können, wie sie künftig Energie produzieren wollen“. Er selbst, schreibt Willenbacher, zweifle nicht daran, „dass der sofortige Umstieg auf 100 Prozent sauber und dezentral erzeugter Energie die beste Lösung für uns alle ist“.

Die sofortige Energiewende ist möglich

Wer Willenbachers Buch liest, erfährt auf anschauliche Art und Weise, wie eine unmittelbare 100-prozentige Energiewende umgesetzt werden kann. Seine Argumente für die Machbarkeit und Sinnhaftigkeit eines raschen Ausbaus der erneuerbaren Energien stützt der Autor anhand demonstrativer Rechenbeispiele. Willenbacher betont dabei, dass es bei der Energiewende um mehr geht als um eine Rohstoffwende in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität – nämlich weg von fossilen, hin zu regenerativen Ressourcen. Es geht auch um eine soziale beziehungsweise kulturelle Weiterentwicklung der Gesellschaft. „Eine echte Energiewende mit dezentraler Energie kann nur über den Energiebürger funktionieren. Über Genossenschaften. Über Kommunen und Stadtwerke. Wir haben es mit einem Systemumbau zu tun, von wenigen Konzernen zu Millionen Energie-Bürgern“, ist Willenbacher sich sicher.

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Doch die Bundesregierung ist nach wie vor der Ansicht, die Wende könne mit den großen Konzernen durchgesetzt werden. Überzeugt davon, dass die Bundesregierung in der Lage wäre, sämtliche Weichen für eine unverzügliche und vollständige Energiewende zu stellen, unterbreitet Willenbacher Kanzlerin Merkel ein „unmoralisches“ Angebot. Er werde all seine Anteile an seinem Unternehmen juwi an die über 500 in Deutschland existierenden Energiegenossenschaften verschenken, wenn Angela Merkel die konsequente Energiewende „ohne Wenn und Aber umsetzt“ und zwar „jetzt und hier.“ Ihr selbst verspricht er, dass sie dadurch als die Bundeskanzlerin in die Geschichte eingehe, die der Weltgesellschaft eine Zukunft gegeben hat. – Frau Merkel, Sie sollten das Angebot annehmen!

„Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin. Denn die Energiewende darf nicht scheitern“ erschien im Sommer 2013 im Verlag Herder und ist für 9,99 Euro im Buchhandel erhältlich. Innerhalb weniger Wochen nach seinem Erschienen schaffte es das Buch auf die Spiegel-Bestsellerliste. – Uns wundert es nicht. Denn „Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin“ ist so kurzweilig und informativ geschrieben, dass man es gar nicht aus der Hand legen möchte.

Matthias Willenbacher wird an dem Buch selbst übrigens nicht verdienen, sondern die Einnahmen aus dem Verkauf der Kampagne „Die Bürgerenergiewende“ zukommen lassen.

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