Leben retten mit Mapping – Die etwas andere Katastrophenhilfe

Katastrophengebiet nach einem Tsunami

Mit dem internationalen Projekt OpenStreetMap ist es nicht nur möglich eine freie Weltkarte zu schaffen. Darüber hinaus kann sich auch jeder einfach und schnell in der Katastrophenhilfe auf ehrenamtlicher Basis einbringen.

Das 2004 gegründete Projekt sammelt weltweit Daten über Straßen, Eisenbahnen, Flüsse, Wälder, Häuser und alles, was man gemeinhin auf Karten erblicken kann. Da die Daten selbst erhoben und somit nicht aus existierenden Karten abgezeichnet werden, hat das Projekt selbst auch alle Rechte daran. Und das Beste ist: Die OpenStreetMap-Daten darf jeder lizenzkostenfrei einsetzen und beliebig weiterverarbeiten. Für den Interessierten bestehen zunächst eine Vielzahl von Möglichkeiten zu OpenStreetMap beizutragen, vom Melden kleiner Fehler in der Karte, über das Vervollständigen bestehender Daten bis hin zum Abzeichnen neuer Gebäuden aus Luftbildern sowie darüber hinaus zum Erfassen von Wegen und markanten Punkten mit dem GPS-Gerät. Die Markierungen werden sofort nach Abspeichern hochgeladen, sodass die zu bearbeitenden Karten stets aktuell sind.

Wie trägt das Mapping nun zu einem nachhaltigen Katastrophenmanagement bei? Das funktioniert schnell und einfach, sodass sich jeder – nicht nur der Informatiker oder Geograph – engagieren kann. Denn bei Naturkatastrophen, beispielsweise Tsunamis oder Taifunen, wie aktuell das Unglück durch Hayan auf den Philippinen, sind die Rettungskräfte und Hilfsorganisationen auf aktuelle Karten in den betroffenen Gebieten angewiesen. Denn erst durch Kenntnis über Straßen, bestehende Gebäude und versperrte Zugangswege können sie schnell Hilfe leisten.

Oftmals mangelt es jedoch ausgerechnet an Zugang zu diesen Informationen, da kein aktuelles Kartenmaterial verfügbar ist. Umso schneller nun also die benötigten Karten bei OpenStreetMap bearbeitet und ins Netz gestellt werden, umso schneller stehen diese den Einsatzkräften zur Katastrophenhilfe bereit.

Das Geographische Institut der Universität Heidelberg rief nun aus aktuellem Anlass sogar seine Studierenden zu einer „Mapathon“ auf. Die Studenten wurden zunächst in die Arbeit mit OpenStreetMap eingeführt, bevor sie dann selbstständig Straßen und Ortschaften markieren oder wichtige Ortsnamen in den betroffenen Gebieten auf den Philipinen erfassten konnten. 

So kann jeder – auch fernab von der eigentlich betroffenen Region – Katastrophenhilfe leisten, die nachhaltig wirkt und somit bei zukünftigen Naturkatastrophen die Arbeit vor Ort unterstützen kann.

Luisa Egenlauf

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