Klimawandel „light“

Eine neue Broschüre des Umweltbundesamtes „Klimaänderung“ faßt den Bericht des Weltklimarates (IPCC) von 2007  leicht verständlich zusammen. Auf 36 Seiten, großzügig versehen mit eindrücklichen Bildern und übersichtlichen Tabellen, kann man sich hier schnell und leicht verdaulich einen Gesamtüberblick über den Klimawandel verschaffen: über seine Ursachen, Auswirkungen, Strategien zur Verringerung der Treibhausgasemissionen, und über Anpassungsmöglichkeiten an den Klimawandel.

Die Broschüre ist daher sehr empfehlenswert für alle, die sich einen groben Überblick verschaffen wollen. Allerdings verschafft sie drei Dinge nicht:

1. Obwohl der Text gerade erst veröffentlicht wurde, beinhaltet er einige wesentlich neue wissenschaftliche Erkenntnisse nicht, wie zum Beispiel 350 ppm oder die Tatsache, dass CO2-Daten von Eiskernbohrungen in der Antarktis inzwischen bis auf 800.000 Jahre zurückverfolgt werden können.

2. Die Broschüre versucht, so wissenschaftlich und objektiv wie möglich zu sein. Das ist löblich, und gibt ihr Autorität. Was dadurch jedoch verloren geht, ist das Gefühl der Dringlichkeit, und das Verständnis dafür, worum es eigentlich geht.

3. Die sachliche Objektivität, gekoppelt mit dem Fehlen jeglicher Handlungsmöglichkeiten für den einzelnen Menschen regt Leser und Leserinnen nicht zum Handeln an.

Während sachlich die Information fast einwandfrei ist, verfehlt der Text daher wohl den wichtigsten Punkt: Mitmenschen zum Umdenken und Handeln zu bewegen. Denn was fehlt ist nicht Mangel an Information, sondern Mangel an Verständnis für die Dramatik unserer derzeitigen Situation und Mangel an Verständnis darüber, was jeder einzelne dazu beitragen kann, um eine globale Katastrophe aufzuhalten. Wenn wir uns nicht trauen, die Dinge beim Namen zu nennen, dann ist es kein Wunder, dass weiterhin viel zu wenig Menschen sich für den Klimaschutz und erneuerbare Energien aktiv einsetzen.

Maiken Winter

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