Katzenklo einmal ganz anders

Katzenklo

Anstatt normalem Katzenstreu verwendet der österreichische Entwickler Johann Wilflingseder ein spezielles Scharrmaterial, das aus dem Biokunststoff Polylactid hergestellt wird. Die neu entwickelte Katzentoilette Blue Cat unterscheidet sich auch durch ihren ungewöhnlichen Aufbau von ähnlichen Produkten. Insgesamt erweist sich das System als umweltschonende Alternative zu herkömmlichen Katzenklos.

Über die genaue Anzahl der in deutschen, österreichischen und Schweizer Haushalten lebenden Katzen liegen nur Schätzungen vor. Aktuell dürfte es sich in Deutschland um 8,2 Millionen, in Österreich um 1,5 Millionen und in der Schweiz um 1,4 Millionen Exemplare handeln. Somit bereichern allein in diesen drei Ländern mindestens elf Millionen Stubentiger unseren Alltag. Zugleich suchen die Tiere jedoch auch mehrmals täglich eine Katzentoilette auf.

Die dort verwendete Einstreu wird zumeist aus Bentonit hergestellt. Diese Art von Porenbeton besteht zwar im Wesentlichen aus verschiedenen Tonmineralien. Seine Herstellung allerdings ist mit einem großen Energieaufwand verbunden. Zudem werden pro Katze und Jahr durchschnittlich 350 Liter Katzenstreu verwendet. 350 Liter, die hergestellt und über große Entfernungen transportiert werden, um schlussendlich im Hausmüll zu landen.

Johann Wilflingseder setzt auf regionale Partner und entwickelte mit ihnen gemeinsam ein neues Verfahren, um sein patentiertes Scharrmaterial produzieren zu können. Der biologisch abbaubare Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen wird durch Unterwassergranulierung erzeugt. Das Ergebnis ist ein flüssigkeitsabweisendes Scharrmaterial. Somit wird der Katzenurin von den Funktionskernen abgeleitet und sammelt sich im darunterliegenden Auffangbehälter.

Hier müssen Katzenbesitzer umdenken. Anstatt wie gewohnt das Katzenstreu zu erneuern, wird nun der Auffangbehälter geleert. Laut Angaben von Texocon reduziert sich der Verbrauch an Streumaterial durch das neue System auf lediglich fünf Liter pro Katze und Jahr. Die Funktionskerne werden regelmäßig mit einem umweltfreundlichen Desinfektionsspray besprüht, um die Entstehung unangenehmer Gerüche zu vermeiden. Nach einem Jahr wird das Streumaterial über den Biomüll entsorgt. Der Katzenkot wird wie bisher mit einer Siebschaufel entfernt.

Das Katzenklo selbst besteht aus dem Kunststoff Polypropylen und wird ebenso in einem nahe gelegenen Betrieb hergestellt. Die großen Stärken von Blue Cat liegen somit in der deutlichen Reduzierung des benötigten Streumaterials und in der engen Kooperation mit regionalen Partnern. Biokunststoff als Einstreu und die einfache Bedienung runden das System ab.

Blue Cat ist im Onlineshop von Texocon ab 99,70 Euro erhältlich.

Joachim Kern

Add comment