Kampf den Klimakillern

Joanna Yarrow hat mit ihrem Buch „Kampf den Klimakillern“ den Nagel auf den Kopf getroffen, denn es ist tatsächlich so, dass bereits jeder einzelne Mensch etwas zur Reduzierung von CO2 beitragen kann, ohne auf durchgreifende politische Maßnahmen warten zu müssen. Ihr Buch mit samt ihren 365 Tipps zum Energie sparen und CO2 verringern, erhebt aber keinesfalls den Zeigefinger, wohlwissend, dass Druck zu Gegendruck in Form von Rebellion führen kann.

Vielmehr appelliert die Autorin an den gesunden Menschenverstand, erklärt warum jeder Mensch einen ökologischen Fußabdruck hinterlässt und nimmt jede Station des Alltags unter die ökologische Lupe. Als Direktorin von „Beyond Green Ltd“ weiß sie auch genau wovon sie spricht, denn ihre Consulting-Gesellschaft versteht die Beratung von Unternehmen und Privatpersonen in Sachen Energiesparkurs und Kohlendioxid-Ausstoß als Kerngeschäft.

Außerdem ist die Bestseller-Autorin von „1001 Ways you can save the Planet“ noch die Herausgeberin und Moderatorin des Magazins „EcoYou“ und steht mit mehr als einem Fuß in der Materie. Für ihr umfassendes Engagement wurde sie sogar schon mit der Ehrendoktorwürde an der Universität Staffordshire ausgezeichnet.

 

Aber was macht dieses Buch lesenswerter als andere Ratgeber zur Treibhausgas-Reduzierung? Zum einen sicherlich die Übersichtlichkeit und das Verständnis, denn jeder Leser wird ohne unnötiges Fachgesimpel dort abgeholt, wo er steht – im Leben. Zum anderen natürlich wegen der leicht anzuwendenden Tipps. Und es ist auch aller höchste Eisenbahn für deren Anwendung, denn Wissenschaftler prognostizieren einen erschreckenden Temperaturanstieg von sechs Grad Celsius bis zum Jahr 2100 und momentan wird dreimal soviel  Kohlendioxid ausgestoßen wie von der Umwelt überhaupt absorbiert werden kann.

Der durchschnittliche Stromverbrauch würde beispielsweise um zirka acht Prozent sinken, wenn keine Geräte mehr im Standby-Modus unnötigen Strom fressen würden und obwohl das jetzt keine Neuigkeit ist, laufen in den meisten Haushalten Fernseher, DVD-Rekorder und sogar Computer auf Dauer-Standby. Spannend ist auch, dass mit der Helligkeit des Fernsehbildschirmes der Stromverbrauch ebenso steigt wie mit der Bildschirmgröße.

Aber es gibt auch unzählige andere Beispiele, mit deren Eigenanwendung man Energie und Geld sparen kann. So werden etwa bei der Herstellung von Babywindeln, die ohnehin mehrere hundert Jahre zur Verrottung benötigen und so eine starke Belastung für die Umwelt darstellen, Unmengen von Erdöl und Papier verbraucht. Das heißt es wäre eine lohnende Überlegung zumindest auf abbaubare Windeln aus nachhaltiger Herstellung umzusteigen. Und müssen Babytücher wirklich wegwerfbar sein, oder kommt man nicht auch dann und wann mit waschbaren Tüchern gut zurecht?

Joanna Yarrow erklärt sogar in kurzen Schritten, wie man energiesparender Auto fahren kann. So ist der Kraftstoffverbrauch bei 80 Kilometern pro Stunde zum Beispiel um 30 Prozent geringer als bei 110 Kilometern pro Stunde. Auch Klimaanlagen, die aus mir unerfindlichen Gründen mittlerweile serienmäßig die Automobilbranche erobert haben, sollten bei drückender Wärme lieber abgestellt und durch das Herunterkurbeln der Fenster ersetzt werden, denn Klimaanlagen erhöhen den Treibstoffverbrauch im Stadtverkehr um bis zu 20 Prozent und mal ehrlich – gesund ist diese künstliche Zugluft ja auch nicht gerade.

Alles in allem ist das Buch „Kampf den Klimakillern“ ein Stück Ratgeberliteratur für die Bereiche Klima, Strom, Haushalt, Garten, Kinder, Arbeit, Freizeit und Verkehr, das sich in jedem Haushalt als Standartliteratur wiederfinden, in Schulen besprochen und Politikern ebenso wie Graphikdesignern oder Lkw-Fahrern auf den Schreibtisch gepackt werden sollte. Es ist wie mit dem Fleischverzehr, auf den man nur wenigstens einen Tag in der Woche verzichten sollte: Kleine Schritte können eine enorme globale Wirkung hervorrufen – und hier geht es um den Grund und Boden der gesamten Menschheit – hier geht es um den Planeten Erde.

Christin Springer

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