iShacks: Energieeffizientes Wohnen im Slum

In einem der ärmsten Slums Kapstadts tragen iShacks seit fast zwei Jahren zu einer Verbesserung des Lebensstandards für die Bewohner bei. Diese leben seit Ende der Apartheid 1994 in provisorischen Hütten ohne Elektrizität. 

Nach zwei Jahren Forschung am Institut für Nachhaltigkeit der Universität Stellenbosch konnte bereits 2011 die erste iShack bewohnt werden, nur ein Jahr später lag die Zahl der erbauten Energiesparhütten bei 100. Bauart und verwendetes Material sind dabei simpel, entfalten aber eine große Wirkung. 

iShack profitiert von Prinzipien der Solararchitektur

Um die Wärme der Wintersonne ausschöpfen zu können, wird die beschauliche Behausung zunächst nach Norden hin ausgerichtet, die Fenster werden entsprechend einer guten Belüftung und Isolierung eingebaut. Gedämmt wird mit Pappe und Heu oder Stroh. Diese Materialien sind nicht nur sehr wirkungsvoll, sondern auch immer verfügbar in dem 11.000 Einwohner Slum.

Das Dach ist geneigt, fängt Regenwasser auf und schirmt die Fassade auf Grund seines Überbaus von der starken Mittagssonne ab. Selbstverständlich werden auch die Vorteile der starken Sonne genutzt: Ein 75 Watt starkes Solarmodul versorgt die Bewohner der Hütte mit ausreichend Strom – Strom, der vorher nicht verfügbar gewesen ist.

So können nun Radio, Fernseher sowie der Kühlschrank betrieben werden. Auch das Handy wird mittels des Solarstroms geladen. Und das Wichtigste: Es gibt endlich Licht – LED-Licht – in der kleinen Behausung. Somit müssen keine Feuer mehr in den Hütten entfacht werden, die ungesunden Rauch verursachen in den kleinen Behausungen auch schon mal kleinere Brände auslösen können.

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Bewohner der Slums werden in Bau der iShacks einbezogen

In den Bau der iShacks werden die Bewohner des Slums einbezogen, denn sie sollen es nicht nur selbstständig fertigstellen können, sondern auch Reparaturarbeiten ausführen. Hierfür werden kleinere Privatunternehmer vor Ort ausgebildet. Sie sind anschließend für Instandhaltungsmaßnahmen an den iShacks zuständig, denn das Dach wird durch den starken Wind oftmals beschädigt.

So wird sich das Projekt auch ohne Unterstützung der Universität zukünftig weitertragen können. Gleichzeitig werden neue Arbeitsplätze geschaffen.

Erste iShack-Bewohnerin dankbar für Elektrizität

Victoria, die erste stolze Bewohnerin der Energiesparhütte, ist glücklich: „Vorher hatten wir keine Elektrizität, keine Fenster, oftmals kam Regen durch das Dach. Was kann man ohne Strom schon machen. Ich bin dankbar für das iShack.“

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