Ingenieure ohne Grenzen

2003 wurde in Deutschland der gemeinnützige Verein Ingenieure ohne Grenzen e. V. gegründet. Das Ziel dieses Vereins ist die Nothilfe, Entwicklungshilfe und Entwicklungszusammenarbeit im Bereich der Ingenieurtechnik. Wichtige Arbeitsgebiete sind dabei die Wasserversorgung, Energieversorgung und der Bau von Infrastruktur, um die Lebenssituation in Entwicklungsländern zu verbessern. Zudem ist auch die Durchführung von Schulungen und Ausbildungen ein Ziel der Ingenieure ohne Grenzen, um zu erreichen, dass Projekte durch langfristige Selbsthilfe der betroffenen Personen fortgeführt werden können.

Inzwischen besteht der Verein aus 14 Regionalgruppen, die vielfältige Projekte planen und durchführen. Neben diesen Regionalgruppen gibt es zwei Arbeitskreise, die themenbezogene Projekte in den Bereichen erneuerbare Energien und dezentrale Energieversorgung und Brückenbau entwickeln. Durch diese themenbezogene Arbeit wird ein intensiver Wissensaustausch der Vereinsmitglieder untereinander, aber auch die Vernetzung mit anderen Vereinen gleicher Themenbereiche erreicht. Somit ist eine intensive Entwicklung und Forschung möglich, um die erforderliche Technik an die spezifischen Bedingungen der Projekte anzupassen.

Ein Beispiel für diese Projekte ist das Projekt BiogasST.Es umfasst den Bau von dezentralen kleinen Biogasanlagen in Tansania durch die Regionalgruppe Berlin in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis erneuerbare Energien und dezentrale Energieversorgung und verschiedenen Partnerorganisationen. Durch den Bau kleiner Biogasanlagen, die Energie für häusliche Nutzung – wie zum Beispiel Kochen – bereitstellen, werden in der Landwirtschaft tätige Familien unterstützt. Die Nutzung von Holz als Brennstoff hat im Gegensatz zu Biogas verschiedene Nachteile. Sie führt zum Beispiel zur Rodung von Wäldern, was eine verschlechterte Bodenqualität und Erosion zur Folge hat.

Zudem ist die Beschaffung von Feuerholz zeit- und arbeitsaufwendig. Ein weiterer Vorteil der Biogasanlage ist, dass das durch die Fermentierung in der Biogasanlage entstehende Biomassesubstrat zudem zur Düngung der Felder eingesetzt werden kann. Das Projekt besteht aus drei Phasen. Die Möglichkeiten der Nutzung von Biogasanlagen in Tansania werden in der Phase 1 durch eine Machbarkeitsstudie analysiert. In Phase 2 wird ein geeignetes Anlagenkonzept entwickelt und als Pilotanlage gebaut. Phase 3 umfasst den Bau von Anlagen in Tansania und Schulungen und Ausbildungen, zur Errichtung von Biogasanlagen. Somit kann das Wissen um Bau und Betrieb auch außerhalb des Projektes genutzt werden.

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