Hendricks will breiten gesellschaftlichen Agrarkonsens

Agrarkonsens, nachhaltige Landwirtschaft
Auf dem Weg in einen Agrarkonsens.

Ein „Weiter so“ kann es in der Landwirtschaft nicht geben. Das war schon vergangenes Jahr die Botschaft des ersten Agrarkongresses. Wie bereits 2017 lud das Bundesumweltministerium diese Woche zum zweiten Agrarkongress. Im Vorfeld der Grünen Woche in Berlin machte sich die Bundesumweltministerin für einen breiten gesellschaftlichen Agrarkonsens stark. Sie sprach sich für einen Gesellschaftsvertrag aus. Dieser soll eine nachhaltige und zukunftsfähige Landwirtschaft sicherstellen. Der Bundeslandwirtschaftsminister reagierte darauf eher verhalten.

 

Barbara Hendricks (SPD) und Christian Schmidt (CSU) trafen sich beim Agrarkongress in Berlin. Hendricks eröffnete die Veranstaltung herausfordernd: „Alle wissen, wir sind nicht immer einer Meinung, streiten auch mal, aber der kollegiale Wettbewerb dient der Sache, also einer Landwirtschaft, die nachhaltiger werden muss“, richtete sie den Beginn der Rede unmissverständlich an Schmidt. Wenn sie Bundesumweltministerin bleibt, muss der Bundeslandwirtschaftsminister auch künftig mit ihrem Widerspruch rechnen.

Grundsätzlich aber warb die Bundesumweltministerin für einen Gesellschaftsvertrag. Um die Landwirtschaft zukunftsfähig und nachhaltig zu betreiben, braucht es einen breiten gesellschaftlichen Agrarkonsens. Damit könnten die Umwelt- und Akzeptanzprobleme der Landwirtschaft gelöst werden. Außerdem gebe ein solcher Vertrag den Landwirten stärkere Planungssicherheit.

 

Breiten gesellschaftlichen Agrarkonsens auch in Bezug auf Pestizide

Gut die Hälfte der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Vielen  ist die Intensivlandwirtschaft ein besonderer Dorn im Auge, denn sie gefährdet die Artenvielfalt massiv. Hendricks bekräftigte ihre Forderung, die EU-Agrarzahlungen mehr an Umweltleistungen, die Landwirte erbringen, zu orientieren. Dazu erklärte sie: „Wir wollen den Landwirten nichts wegnehmen, sondern sie fairer für ihre Umweltleistungen entlohnen. Die Vorschläge zur Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) sind noch zu zaghaft. Auch die Nutztierstrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums geht Hendricks noch nicht weit genug, Umweltaspekte seien darin zu wenig berücksichtigt.

Dazu forderte die Bundesumweltministerin Veränderungen im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln. Besonders ein Verbot für das Pestizid Glyphosat sei besonders wichtig. Aber auch die Nutzung anderer Pestizide muss dringend eingeschränkt werden. Zudem müssen Umweltwirkungen der Landwirtschaft wie das Insektensterben, die Nitratbelastung des Grund- und Trinkwassers oder auch der schlechte Zustand der Natur deutlicher bekämpft werden.

„Ich bin sehr gespannt auf die Beiträge und Ideen, die Sie mitgebracht haben. Vielleicht ergeben sich daraus bereits Anstöße für die Landwirtschaftspolitik der neuen Bundesregierung. Dann hätten wir schon auf der ersten Etappe etwas gewonnen. Als Bundesumweltministerin möchte ich von hier aus alle Interessierten dazu aufrufen, sich am Dialog zur Idee eines neuen Agrarkonsenses zu beteiligen.“ Damit schloss Hendricks ihre Rede.

Quellen: BMUB , Hendricks Rede

 

https://www.cleanenergy-project.de/wwf-umfrage-politik-sollte-nachhaltige-landwirtschaft-mehr-unterstuetzen/

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