Haftklebstoffe aus einheimischem Pflanzenöl

Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) arbeiten an der Entwicklung von nicht aushärtenden Klebstoffen auf der Basis einheimischer nachwachsender Rohstoffe. Derartige Haftkleber werden in der Bau- und Fahrzeugindustrie und für viele verschiedene Alltagsanwendungen wie Pflaster, Aufkleber, Teppichklebebänder und Etiketten verwendet. Das europäische Marktvolumen dafür umfasst rund 200.000 Tonnen pro Jahr. Derzeit werden diese in erster Linie aus Erdöl und zu einem kleineren Teil aus (nicht heimischem) Naturkautschuk hergestellt.

Die Ausgangsstoffe der geplanten Versuchsreihen mit Pflanzenöl sind Ölsäure- und Erucasäure-Derivate, da ihr molekularer Aufbau am ehesten den Monomeren erdölbasierter Klebstoffe ähnelt. Durch den Zusatz von Co-Monomeren und die Variation der Vernetzungs- und Polymerisationsgrade wollen die Karlsruher Forscher deren Haftungseigenschaften optimieren und so völlig neuartige pflanzenbasierte Klebstoffe entwickeln. Um eine möglichst ressourcenschonende und umweltverträgliche Verarbeitung zu gewährleisten, sollen diese als wässrige Dispersion hergestellt werden.

Neben den positiven Auswirkungen auf die Umwelt sollen sich die neuen Klebstoffe auch noch durch verbesserte Klebeeigenschaften auszeichnen. Vorteile könnten sich beispielsweise bei der Haftung auf wasserabweisenden Kunststoffen ergeben, ein Einsatzfeld in dem handelsübliche erdölbasierte Haftkleber immer wieder an ihre Grenzen stoßen.

Die Forschungen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) werden vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert und laufen von Anfang 2012 bis Ende 2013. Die Praxistests der dabei entwickelten nachhaltigen Klebstoffe übernimmt als Industriepartner des Projektes der Klebstoffhersteller tesa SE.

Matthias Schaffer

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