Guerillia Gardening gegen Armut

Guerrilla gardening

Städte attraktiver machen und gleichzeitig dem Klima etwas Gutes tun, das ist das Ziel von den so genannten Guerilla Gardenern. Eine Bewegung, die nicht ganz legal und in Deutschland schon fast vorbei ist, aber in den USA derzeit ein ganz neues Gesicht bekommt. In den, mitunter durch die Immobilienkrise, ausgestorbenen Gegenden, wird rund um die leerstehenden Häuser fleißig Gemüse angepflanzt.

So, wie in Detroit, sieht es in vielen toten Gegenden der USA aus. Leerstand auf ganzer Linie, denn seit der Immobilienkrise interessiert sich niemand mehr für die Gebäude, die hier verzweifelt auf neue Besitzer warten. Immer mehr Menschen zieht es aus diesen Regionen weg, Supermarktketten schließen und die übrig gebliebenen müssen sehen, wie sie klar kommen. Ein ideales Plätzchen für die Guerilla Gardener, denn hier gibt es für sie mehr als genug Platz.

Ursprünglich wurde unter Guerilla Gardening das heimliche Bepflanzen von öffentlichen Räumen verstanden. Ein grüner Vandalismus, auf den man häufig in Großstädten traf und der in Englands Hauptstadt seine Anfänge nahm. Am 1. Mai 2000 versammelten sich auf dem Parliament Square von London etliche Globalisierungsgegner, Umweltfanatiker und Weltverbesserer, um den Platz im wahrsten Sinne des Worte umzugraben – natürlich ohne Einverständnis von öffentlicher Seite. Die Rückeroberung öffentlichen Raumes stand bei dieser Protestform an oberster Stelle.

In Detroit sind es weniger die Rückeroberungspläne und der Spaß am Pflanzen, der die Leute zum Guerilla Gardening antreibt. Vielmehr ist die Bewegung aus der Not heraus entstanden. Vor allem der Osten von Detroit ist von Arbeitslosigkeit und Armut geprägt. Frisches Obst und Gemüse im Supermarkt zu kaufen ist hier ein echtes Problem, denn auch die großen Ketten haben ihre Filialen aufgegeben und sind in die reicheren Vororte abgewandert. Die Versorgung mit Lebensmitteln erfolgt in der Regel durch Verteilaktionen, denn ein Großteil der Menschen lebt von Sozialleistungen und der Weg zum nächsten Supermarkt ist schlicht und einfach zu weit und zu teuer. Aus der Not heraus hat sich daher erst im kleinen Rahmen, mittlerweile im großen Stil, der „grüne Vandalismus“ entwickelt.

Begonnen in Hinterhöfen, die beinahe überall so groß sind, dass sich in den Gärten eine vierköpfige Familie durch ökologischen Anbau von Obst und Gemüse über das Jahr versorgen lässt. Jetzt sind es die Brachflächen, die von der Bevölkerung vermehrt genutzt werden, um Anbau zu betreiben. Eine Bewegung, von der nicht nur die Bewohner des östlichen Detroits profitieren, sondern auch Umwelt und Klima punkten!

Judith Schomaker

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