Grüne Werbung

Klimadebatte

Seit die Klimadebatte an Fahrt gewinnt, wird es mehr und mehr möglich, endlich „mit Gutem Gewissen“ über die Autobahnen zu heizen, im Winter Erdbeeren aus Afrika zu essen oder sich alle zwei Jahre das neuste Notebook zu gönnen. Denn egal in welche Branche man einen Blick wirft, überall werden „umwelt- und klimafreundliche“ Produkte angeboten. Zumindest wollen uns dies Werbe- und Marketingstrategen, die derartige Aussagen kreieren, weismachen.

Ehrliche Produktinformationen oder Etikettenschwindel?

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) will nun verschiedene Werbeaussagen auf ihren Wahrheitsgehalt hin prüfen und ruft, im Rahmen der Kampagne „für mich. für dich. fürs klima.“, Bürgerinnen und Bürger dazu auf, Hinweise auf Werbung zu sammeln, die mit Begriffen wie „Klima“, „CO2“, „klimaneutral“ oder „klimafreundlich“ für Produkte oder Dienstleistungen wirbt.

Über ein Onlineformular können Verbraucher Hinweise auf Internetseiten, TV- oder Radiospots sowie Fotos von Werbung und Produkten, auf denen mit „Klima“-Schlagworten geworben wird, einsenden. „Wir nehmen aber auch Produktaufkleber oder die Produkte selbst entgegen, beziehungsweise die Verpackungen“, erläutert Katja Mrowka, Juristin im vzbv in einem Interview auf der Kampagnen-Website.

Sämtliche Hinweise werden von den Verbraucherschützern ausgewertet. Wer mit seinen Werbeaussagen gegen Gesetze verstößt, muss mit einer Mahnung rechnen, im Notfall sogar mit einer Unterlassungsklage. Ziel der Aktion ist es, den Markt transparenter zu gestalten und Regeln für „grüne Werbung“ zu entwickeln.

Kommentar

Checkliste für umweltbezogene Werbeaussagen
Es wäre jedoch völlig überstürzt, den Marketing- und Werbefachleuten böse Absicht hinter ihren irreführenden Aussagen zu unterstellen. Bisher hat ihnen einfach niemand gesagt, was richtig und was falsch ist. Doch seit Ende Januar bekommen sie endlich Hilfe von außen, um ihre umweltbezogenen Werbeaussagen kritisch zu überprüfen. Anhand der von der Internationalen Handelskammer (ICC) herausgegebenen Checkliste „Werbung und Marketing mit Umweltbezug“, können sie Werbebotschaften entwickelt, „die den Grundprinzipien von wahrheitsgetreuer, ehrlicher und sozial verantwortlicher Werbung entsprechen“, so John Manfredi, Vorsitzender der Kommission Marketing und Werbung der ICC. – Mensch, haben die ein Glück…
 

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