FSC – Forest Stewardship Council

Wahrscheinlich stand jeder schon einmal vor einem Produkt, das ein FSC-Siegel trägt. Doch was bedeutet dieses Siegel eigentlich?

FSC steht für Forest Stewardship Council. Dahinter steckt eine Nonprofitorganisation, die 1993 mit dem Ziel gegründet wurde, nachhaltige Forstwirtschaft zu zertifizieren. Seit Bestehen der gemeinnützigen Organisation wurden bereits 85 Millionen Hektar weltweit zertifiziert. Sitz des FSC ist in Bonn, nationale Arbeitsgruppen gibt es in 43 Ländern. In dieser Mitgliederorganisation können sowohl Verbände, Organisationen wie auch Unternehmen und Privatpersonen Mitglied werden.

Der FSC will Wälder erhalten. Dieses Ziel verfolgt er allerdings nicht mit strenger Unterschutzstellung, sondern mit Waldwirtschaft. Diese muss strengen Kriterien unterliegen, um eine FSC-Zertifizierung und damit den Nachweis einer nachhaltigen Waldwirtschaft zu erhalten. Zehn Prinzipien und 56 Kriterien hat der FSC festgelegt, die eine gute Forstwirtschaft ausmachen. Nach Aussage der Organisation bleiben bei einer Bewirtschaftung nach diesen Kriterien wichtige Waldfunktionen erhalten. Kontrolliert wird die Waldbewirtschaftung durch unabhängige Zertifizierungsorganisationen. Damit das Endprodukt ein FSC-Siegel bekommen kann, muss die gesamte Produktions- und Verarbeitungskette lückenlos zertifiziert sein.

Im Handel gibt es nun also FSC-zertifizierte Holzprodukte, die aus nachhaltiger Holzwirtschaft stammen. Dann ist doch alles gut und diese Produkte sind in jedem Fall anderen vorzuziehen? Ganz so einfach ist die Lage leider nicht, denn der FSC steht auch in der Kritik. Beanstandet wird, dass vor allem industrielle Forstplantagen in Ländern des Südens allzu einfach zertifiziert würden. Doch hier liegt das eigentliche Problem: Sinkt die Abnahme von Tropenholz, wird das Loch an Einnahmen dieser Länder durch verstärkten Raubbau an der Natur ausgeglichen. Somit kann ein Boykott von Tropenholz der westlichen Welt zu verstärktem Holzeinschlag in den Regenwäldern führen, um die Einnahmen auf dem gleichen Niveau zu halten. Mit einer vorübergehenden Einschränkung beim Kauf von Tropenholz ist der oft illegale Holzschlag also nicht beseitigt. Somit versucht der FSC, durch Zertifizierungen mehr Nachhaltigkeit in die Holzentnahme zu bringen. Das soll nun keinesfalls bedeuten, dass tropische Hölzer bedenkenlos gekauft werden können, aber Aufschluss darüber geben, wieso nicht nur heimische Hölzer wie Eiche und Buche das Siegel tragen.

Raubbau an der Natur gibt es nicht nur in tropischen Urwäldern, sondern auch in denen der borealen Zone. Die vermeintlich heimische Fichte kann auch aus Russland stammen, wo massiver Holzeinschlag stattfindet. Auch hier gibt das Siegel Aufschluss über Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft.

Wer also vor einem Regal mit verschiedenen Hölzern steht, weiß nun, dass auch das heimisch geglaubte Fichtenholz nicht bedenkenlos gekauft werden kann. So gibt das FSC-Siegel vielleicht einen Anhaltspunkt bei der Kaufentscheidung. Außerdem kann der Käufer selber urteilen, ob er Produkte mit FSC-Siegeln anderen vorzieht und ob er das tropische Holz oder die heimische Buche wählt. Wer nachhaltig und bewusst leben möchte, für den ist sicher nicht nur regional erste Wahl, sondern überdies noch FSC-zertifizierte Ware.

Judith Kronberg

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