Eine neue Bewegung zum effektiven Klimaschutz: Fossile Free

go fossil free

Von Dr. Maiken Winter

Es gibt eine sehr einfache und logische Methode, um Einfluss darauf zu nehmen, wie wir eine nachhaltige Lebensweise schnell und effektiv voranbringen: Entzieht allen Dingen, die nicht nachhaltig sind, eure Unterstützung!

Ein einfaches Beispiel: Wer Erdbeeren im Dezember nicht im Supermarkt sehen will, sollte sie nicht kaufen. Würden alle Menschen im Dezember keine Erdbeeren kaufen, würden sie sehr schnell vom Markt verschwinden. Das ist logisch aber leider schwer praktizierbar, da viele Menschen kurzzeitiges persönliches Vergnügen dem langfristigen Allgemeinwohl vorziehen.

Effektiver kann man direkt an der Wurzel des Übels ansetzen, den fossilen Rohstoffen. Ihre Verbrennung setzt unsere Zukunft auf´s Spiel und zerstört unwiderbringbar wichtige Rohstoffe.

Wie sollen wir vorgehen, um den Abbau fossiler Rohstoffe drastisch zu reduzieren? Go Fossil Free! Entzieht der Kohle- und Erölindustrie ihre finanziellen Grundlagen! Bill McKibben, Gründer von 350.org und einer der bedeutendsten Klima-Aktivisten, beendete vor kurzem eine Tour durch Europa, um Fossil Free auch bei uns in Europa in Gang zu setzen. Dabei geht es vor allem um fünf Zahlen:

395. Die CO2-Konzentration, die heute in der Atmosphere besteht; gemessen in ppm (parts per million); Tendenz steigend – derzeit um 2,5 ppm pro Jahr.

300. Die höchste CO2-Konzentration, die in den 800.000 Jahren vor der Industrialisierung in der Erdatmosphäre vorhanden war.

2. Die maximalen Grad Celsius, um die sich das globale Klima erwärmen darf, um Kipp-Punkte im Klimasystem zu vermeiden. Ein solches Überschreiten würde eine dramatische, unumkehrbare Erwärmung mit katastrophalen Folgen verursachen.

565. Die Menge an Gigatonnen CO2, die wir noch emittieren dürfen, wenn wir die globale Erwärmung unter zwei Grad Celsuis halten wollen. Davon erzeugen wir zur Zeit 36 Gigatonnen pro Jahr. Tendenz steigend. Das heißt, uns bleiben etwa 16 Jahre.

2985. Die Menge von CO2, in fossilen Rohstoffen gespeichert, die von der fossilen Industrie schon verplant sind. Das heißt, 80 Prozent der Rohstoffe, die schon bekannt sind, müssen unter der Erde bleiben.

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Die Öl- und Kohleindustrie wird nicht freiwillig aufhören, fossile Rohstoffe zu fördern. Daher müssen wir mitwirken, ihr die finanzielle Basis zur Ausbeutung dieser Rohstoffe zu nehmen. Jeder Einzelne, jede Institution, jede Stadt, jedes Land, das die konkrete Gefahr des Klimawandels versteht, sollte konsequent alle Investitionen der fossilen Industrie entziehen und in Maßnahmen zum Klimaschutz reinvestieren. Inzwischen reinvestieren weltweit mehr als 300 Universitäten, und Hunderte von Kirchen und Städten (unter anderem Seattle und Santa Fe) ihre Finanzen.

Machen auch Sie mit, um den Weg in eine nachhaltige Zukunft ohne fossile Energien noch effektiver mitzugestalten! Informationen unter gofossilfree.org/de

Dr. Maiken Winter ist Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins WissenLeben e.V.

1 Kommentar

  • Ist ein guter Ansatz, den ich persönlich auch verfolge, ABER:
    1. Solange z.B. die Autoindustrie (hier in Bremen) mit Fernwärme heizt, die aus einem Kohlekraftwerk kommt, sehe ich da wenig Chancen.
    2. Mein Haus ist zwar Gedämmt, aber im Winter muss ich doch noch mit Gas heizen – weil ich nicht genug Solarstrom für eine Wärmepumpe habe – da müsste es endlich mal möglich sein zumindest in Mischgebieten auch kleine Windräder aufzubauen! Oder aber einen für privat bezahlbaren Langzeitspeicher, damit ich meinen Solarüberschuss aus dem Sommer im Winter nutzen kann!