Ecotopia 2010 – so wollen wir leben!

Hunderte Menschen tauschten sich beim Ecotopia-Camp über alternative und ökologische Lebensweisen aus. Zum 20. Mal fand das Camp – dieses Jahr vom 1. bis 21. August – statt.

Am Bahnhof Wiesenburg im brandenburgischen Hohen Fläming, zirka 80 Kilometer von Berlin entfernt, haben sich schon seit Jahren alternative Lebensprojekte, wie das ZEGG angesiedelt. Kein Wunder also, dass es der niederländische Aktionskoch Wam Kat geschafft hat, eine Gruppe von vier Hauptverantwortlichen und weitere 20 Personen im sogenannten Trägerkreis zu versammeln, um auf dem verlassenen Gelände eines ehemaligen Heizkraftwerkes Zukunftsgestaltung Raum zu geben. Von 1989 bis 2008 wurde Ecotopia von der european youth for action (EYFA) durchgeführt. Dieses Mal wurde das Camp generationenübergreifend organisiert.

Im Mai gingen die Aufräum- und Bauarbeiten los. Nur das Mähen wurde teilweise von einem Trecker erledigt. Der Rest des zirka 14 Hektar großen Gebietes wurde von freiwilligen Händen gesäubert und gestaltet. Es wurden Toilettenwagen aufgestellt, Gräben für Telefonkabel und die Wasserversorgung ausgehoben und von befreundeten Schreinern eine Bar aus naturbelassenem Holz gebaut.

Vom 17. Juli bis zum 7. August machten sich 20 Teilnehmer eines Workcamps der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD) an das Vorbereiten des verlassenen Geländes, das insgesamt von über Tausend Menschen besucht wurde.

Eröffnet wurde das Camp mit einer Vorstellung der wichtigsten Persönlichkeiten der Aufbauphase, 40 Menschen standen da vor den Angereisten Teilnehmer. Nach dieser Vorstellung ging die Camporganisation allerdings an die Gemeinschaft über. Im „morning circle“ wurde seitdem alles organisiert: vom Weckdienst über tägliche Aufgaben bis hin zu den Workshopangeboten wie Hatha Yoga, Reflexzonenmassagenworkshop, „Die Welt retten oder lieber verschwinden?“ oder die Counselling-Methode mit Manitonkwa, einem Indianer aus den USA. Vorletzteres war ein Workshop über die Frage nach der Rolle des Menschen auf der Erde, bei dem im Anschluss darüber diskutiert wurde, wie die Menschheit sich umorientieren muss, um im Einklang mit der Erde zu leben – und was wir selber dazu tun können.

Das Programm wurde abgerundet durch das wundervolle Essen der niederländischen Volksküche Rampenplan, gemeinsames Singen nachts am Lagerfeuer, Radtouren zum nahegelegenen See und nach Wiesenburg sowie inspirierenden Gesprächen.

Ann-Morla Meyer

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