Die zehn gefährlichsten Umweltgifte der Welt

Mann wäscht Kleidung in verschmutztem Gewässer; Foto: Pijush Saha. Shiykh Seraj (flickr)

Seit dem Beginn der industriellen Revolution gegen Ende des 18. Jahrhunderts hat die Menschheit unter dem Deckmantel des technischen Fortschritts ihren Lebensraum auf verschiedenste Arten verschmutzt und zerstört. Die amerikanische Non-Profit-Organisation Blacksmith Institute und das Green Cross Schweiz haben Anfang November eine Liste der weltweit gefährlichsten Umweltgiftquellen veröffentlicht und schildern darin die verheerenden gesundheitlichen Auswirkungen.

Auf Platz 1 kommen dabei Bergbau und Erzaufbereitung mit einer geschätzten Anzahl von 7,02 Millionen gefährdeten Menschen. Platz 2 (4,96 Millionen) geht an die Metallverhüttung und die drittgefährlichste Umweltgiftquelle ist die Chemische Produktion (4,78 Millionen).

Bergbau mit einfachen handwerklichen Mitteln gefährdet geschätzte 4,23 Millionen und Industrieareale 3,86 Millionen Menschen. Die Landwirtschaftliche Produktion schlägt auf Platz 6 mit 3,27 Millionen Gefährdeten zu Buche und Deponien mit Industrie- und Haushaltabfällen bedrohen die Gesundheit von 3,21 Millionen. Die Schwerindustrie (Giessen, Walzen, Stanzen) ist eine akute Gefahrenquelle für 2,77 Millionen, die petrochemische Industrie auf Platz 9 für 1,91 Millionen und Gerbereibetriebe gefährden immerhin noch geschätzte 1,89 Millionen Menschen.

David Hanrahan vom Blacksmith Institute bringt die Forschungsergebnisse, die in den letzten drei Jahren an über 2.000 stark verschmutzten Orten erhoben wurden, folgendermaßen auf den Punkt: „Toxische Belastungen durch Bergbau und industrielle Prozesse in der ganzen Welt sind ein großes Gesundheitsrisiko für die betroffene Bevölkerung.“

Während sich bisherige Studien hauptsächlich auf die verursachten Todesfälle konzentrierten, werden in dem Umweltgiftbericht 2011 erstmals auch schwere Behinderungen und Krankheiten erfasst. Wie wichtig das ist, um das Ausmaß der Schädigungen auch nur ansatzweise abschätzen zu können, zeigen Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Demnach verursachten toxische Chemikalien im Jahr 2004 rund 4,9 Millionen Todesfälle und 86 (!) Millionen Gesundheitsschädigungen.

Die Zeitspanne, die betroffene Personen früher sterben oder mit einer Behinderung leben müssen, wird als DALY (Disability-Adjusted Life Years beziehungsweise Disease-Adjusted Life Years) bezeichnet und bezeichnet die verlorenen Lebensjahre. Für Menschen, die durch eine der zehn gefährlichsten Umweltgiftquellen der oben aufgeführten Liste geschädigt wurden, beträgt dieser Wert im Durchschnitt erschreckende 12,7 Jahre.

Obwohl – wie Nathalie Gysi, die Geschäftsleiterin des Green Cross Schweiz, betont – weltweit  mindestens genau so viele Menschen „unter umweltgiftbedingten Krankheiten leiden wie an Malaria oder Tuberkulose“ gibt es bisher in vielen betroffenen Ländern kaum Hilfsmaßnahmen. Ihr Kollege Dr. Stephan Robinson sieht nun die internationale Weltgemeinschaft in der Verantwortung „die nötigen Ressourcen und das Engagement aufzubringen, um die Umweltgiftquellen zu beseitigen und die schwerwiegendsten Probleme sofort anzugehen.“

Matthias Schaffer

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