Die sind noch nicht ganz sauber!

Viele Kosmetik-Hersteller setzen ihren Pflegeprodukten winzige Plastikkügelchen als Füllstoffe, Binde- oder Peeling-Mittel bei. Über das Abwasser gelangen die Plastikkügelchen in die Umwelt, wo sie insbesondere zur Gefahr für Wasserlebewesen werden. Welche Produkte Mikroplastik enthalten – darüber informiert eine Liste des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland.

Bereits im Sommer letzten Jahres haben wir über die Bedrohung für Wassertiere durch kosmetische Pflegeprodukte, die Plastikkügelchen enthalten, berichtet. In Oberflächengewässern wurden Plastikpartikel mit ungewöhnlich perfekter Rundform festgestellt – Plastikkügelchen, wie sie Pflegemittel-Hersteller gerne Peelings, Gesichtscremes, Duschgels, Make-up-Produkten sowie Zahnpasten als Füllstoffe, Binde- oder Peeling-Mittel beigeben. Viele Wasserlebewesen halten die Kunststoffteile für Nahrung und verhungern mit vollem Magen, da sie die Plastikstücke nicht verdauen können.

Inzwischen wurden die feinen Partikel auch in einzelnen Honigsorten sowie in Trinkwasser festgestellt. Auch hier besteht der Verdacht, dass sie aus den Pflegeprodukten stammen. Da die Partikel extrem winzig sind, können sie von den Klärwerken nicht aus dem Abwasser herausgefiltert werden. Stattdessen gelangen sie über Flüsse in Seen und Meere und sogar in die Luft. Inwieweit sich die Kügelchen auf die Gesundheit des Menschen auswirken, ist bisher unklar.

Um den Verbraucher über die Mikroplastik-Kosmetika zu informieren, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine Liste mit den betreffenden Produkten herausgegeben. Meist ist in den aufgeführten Produkten Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP) enthalten – bei einigen Produkten sogar bis zu zehn Prozent, bezogen auf den Gesamtinhalt. Denn PE und PP sind besonders preiswert und vielfältig einsetzbar.

Neben Produkten wie „Elmex Sensitive Zahnpasta“ von Gaba, „All-in-1 Täglicher Tiefenreiniger“ von Nivea, „Soft Compact Powder“ von Manhattan und „Grand Rouge Lippenstift“ von Yves Rocher ist sogar das „Pur Balance Seesand Peeling“ von Aok auf der Liste vertreten. „Tee, Ginseng-Extrakt und feinster Seesand sind die offenen Geheimnisse des Pur Balance Seesand Peelings“, heißt es dazu auf www.aok-kosmetik.de. Dass in dem Peeling auch PE enthalten ist, hätte aus Sicht des Herstellers vermutlich lieber ein echtes Geheimnis bleiben sollen.

Immerhin: Das Bundesumweltministerium fordert von den Herstellern einen freiwilligen zeitnahen Ausstieg aus der Verwendung von Mikroplastik. Und einige Hersteller – darunter auch Nivea und Aok – kündigten bereits an, in absehbarer Zeit auf alternative Peeling-Mittel umzusteigen.

Die vom BUND veröffentlichte Produktliste von Kosmetika und Reinigungsmitteln mit Mikroplastik „Stoppt Mikroplastik in Alltagsprodukten – umweltbewusst einkaufen!“ ist hier online abrufbar.

Wer im Handel Kosmetikartikel mit Mikroplastik entdeckt, die auf dieser Liste nicht zu finden sind, kann diese Produkte hier dem BUND melden.

Corinna Lang 

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