Die Reisebranche im Ökostrom-Wettbewerb

Flugzeug mit Tourismus Icons Weg um die Welt fliegen; Bild: Bigstock

Die Entwicklung, dass sich Unternehmen immer öfter auch in die Privatangelegenheiten ihrer Mitarbeiter einmischen, lässt die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben zunehmend verschwimmen. Im Fall der „Futouris Klimaschutz-Meisterschaft“ könnte sich das zumindest positiv auf das Klima der Erde auswirken. Ob man selbiges auch vom Betriebsklima behaupten kann, sei jedoch dahingestellt.

Bei dem von Futouris, der Nachhaltigkeitsinitiative der Tourismusbranche, ins Leben gerufenen Wettbewerb sollen – unter dem Motto „Alle reden über das Wetter – aber wer tut wirklich was fürs Klima?“ – möglichst viele Mitarbeiter und Kunden der Reiseveranstalter ihren Stromanbieter wechseln und auf Ökostrom umsteigen. Wer dann am Ende die meisten Umsteiger je 1.000 Mitarbeiter verzeichnen kann, gewinnt.

Laut Prof. Dr. Ines Carstensen soll die noch bis 31. Mai 2012 laufende Klimaschutz-Meisterschaft „auf dieses wichtige Thema aufmerksam machen und möglichst viele Menschen zum Wechsel animieren.“ Für die Geschäftsführerin von Futouris ist der Wechsel zu Ökostrom nämlich „der einfachste und effektivste Weg, etwas für den Klimaschutz zu tun“. Da die Tourismusbranche unter anderem durch Treibhausgas-emittierende Langstreckenflüge (vorsichtig ausgedrückt) nicht unbedingt als Vorreiter in Sachen Klimaschutz gilt, soll wohl ganz nebenbei auch etwas für das eigene Image getan werden.

Allen Greenwashing-Vorwürfen zum Trotz ist diese bisher einzigartige Kampagne an sich natürlich durchaus ein Schritt in die richtige Richtung und könnte auch andere Branchen zu ähnlichen Schritten motivieren. Neben den hoffentlich zahlreichen Ökostrom-Neulingen unterstützt das Projekt außerdem diverse touristische Nachhaltigkeitsprojekte wie beispielsweise „Klimainsel Juist“, bei dem die Nordseeinsel Juist bis zum Jahr 2030 klimaneutral gemacht werden soll. Dem Klima zuträglich ist der Wettbewerb der Tourismusbranche somit gleich doppelt. Einerseits durch den Wechsel der Mitarbeiter und Kunden zu Ökostromanbietern und andererseits durch Finanzierung nachhaltiger Projekte anhand der Wechselprovisionen.

Konkret werden für jeden Haushalt, der im Rahmen der „Futouris Klimaschutz-Meisterschaft“ auf Ökostrom umstellt, 30 Euro gespendet. Diese kommen letztlich von den an der Aktion teilnehmenden Stromanbietern selbst und werden von Wechselwelle, einer nicht-kommerziellen Kampagne für Ökostrom und Ökogas, an gemeinnützige Projekte ausbezahlt. Firmengründer Mathias Gößling dazu: „Wir erhalten für jeden Wechsler eine Provision von den Stromanbietern. Im Gegensatz zu kommerziellen Vermittlern behalten wir diese Provisionen aber nicht für uns, sondern geben sie an unsere Partner weiter.“

Matthias Schaffer

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