Die fleißigen Bestäuberinnen

Ein Drittel unserer Nahrungsmittel ist auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Bienen spielen dabei die wichtigste Rolle: Von den 100 Nahrungspflanzen, die für 90 Prozent der globalen Nahrungsmittelproduktion sorgen, werden 71 von Bienen bestäubt. Für ein Kilo Honig müssen Bienen rund drei Kilogramm Nektar sammeln und dazu 14 Millionen Blüten besuchen. Mit dieser Fleißaufgabe leisten Bienen einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt unserer biologischen Vielfalt und eines intakten Ökosystems.

Leider haben der Einsatz von Pestiziden und Insektiziden zu einer starken Dezimierung unseres Bienenbestandes geführt. Eine aktuelle Greenpeace-Studie mit dem Titel „Gift im Bienengepäck‟ fand heraus, dass mehr als zwei Drittel des Pollens, der von den Arbeiterinnen auf den Feldern gesammelt und zurück zum Bienenstock gebracht wird, mit bis zu 17 verschiedenen giftigen Chemikalien kontaminiert war. Die flächendeckende Bewirtschaftung durch Monokulturen und die so eingeschränkte Artenvielfalt tragen außerdem dazu bei, dass Bienen kaum Nahrung finden oder sich nur sehr einseitig ernähren können. Auch Nistplätze für Wildbienen werden immer knapper. Hinzu kommen Schädlinge aus Asien wie die Varroa-Milbe, die Bienenbrut und erwachsene Tiere schädigt.

Sieben Milliarden Bienen fehlen in Europa

Das Problem ist grenzübergreifend: Laut einer Studie der britischen University of Reading fehlen in Europa rund sieben Milliarden Bienen. In mehr als der Hälfte der 41 untersuchten Länder gebe es nicht ausreichend viele Bienen, um die Pflanzungen „korrekt zu bestäuben‟, berichten die Forscher. Dies gelte insbesondere für Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien. In der Landwirtschaft entstehen dadurch Milliardenschäden. Es bestehe gar die Gefahr einer Lebensmittelkrise, warnen die Autoren der Studie. „Die Studie hat gezeigt, dass die EU-Politik zur Förderung von Bio-Treibstoffen den unvorhergesehenen Nebeneffekt hatte, Europa abhängiger von wilden Bestäubern zu machen‟, kommentierte Dr. Tom Breeze von der University of Reading. Der Dokumentarfilmer und Bienenexperte Markus Imhoff erklärte vergangene Woche auf einer Veranstaltung in Brüssel: „Müsste das Bestäuben von Hand erledigt werden, würde jeder Apfel so viel kosten wie eine Schweizer Uhr.‟

Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“ (Albert Einstein)

In der zweiten Aprilwoche stand das Thema daher sogar auf der Agenda der Agrarminister von Bund und Ländern. Der Bundesrat stimmte dafür, auf sogenannten ökologischen Vorrangflächen keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger einzusetzen. Diese Vorrangflächen, rund fünf Prozent der Betriebsackerflächen, müssen ab dem Jahr 2015 von landwirtschaftlichen Betrieben, die mehr als 15 Hektar Acker bewirtschaften, ausgewiesen werden und erhalten EU-Fördermittel. Diese Maßnahme ist ein Bestandteil des„Greenings“ im Rahmen der neuen EU-Agrarpolitik, die im Januar 2015 EU-weit in Kraft tritt. Die nationale Umsetzung der Agrarpolitik ist den Mitgliedsstaaten weitgehend selbst überlassen. Der Gesetzesentwurf der Bundesregierung dazu stand am 11. April 2014 erstmals auf der Tagesordnung. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) begrüßte die Entscheidung des Bundesrates. Der Beschluss sei ein wichtiger Schritt zu einer ökologisch wirksamen Greening-Umsetzung.

Bee Happy

Im Vorfeld der Entscheidung gab es zahlreiche Aufrufe an die Bevölkerung, für die Umsetzung der Maßnahme abzustimmen und den Entschluss damit zu unterstützen. Aber auch auf anderen Wegen kann jeder zum Erhalt von Bienen beitragen. So können Garten- und Balkonbesitzer durch Wildbienenwiesen oder die richtigen Pflanzen im Garten und auf dem Balkon das Nahrungsangebot der Bienen erweitern. Da zahlreiche Wildbienen waagerechte Röhrengänge zum Bau von Brutzellen nutzen, können Sie Bienen auch mit einer selbstgebauten Nisthilfe unter die Arme greifen.

Eine ebenso nette wie nachhaltige Geschenkidee ist eine Bienenpatenschaft, bei der der Beschenkte neben einem Patenschafts-Zertifikat je nach Modell auch ein Glas Honig oder Honiglieferungen über einen längeren Zeitraum erhält. Angeboten werden Bienenpatenschaften sowohl über überregionale Portale, wie BeeGood.de, Bienenpatenschaft.de oder Heimathonig.de, sowie über lokale und regionale Imker.

 { BreezingForms : bienengewinnspiel }

Unter allen Teilnehmern verlosen wir gemeinsam mit Heimathonig.de 3x ein 500g-Glas Robinienhonig aus dem Spreewald.

Heimathonig Scree-Startseite
Heimathonig.de mit Sitz im Allgäu bietet das größte Angebot an heimischem Honig im Internet. Honigfreunde haben die Möglichkeit, Imker in der Nähe zu suchen und dort direkt regionalen Honig zu kaufen oder online aus dem Angebot von weit über 250 Honigprodukten auszuwählen.

 

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