Der grüne Betrug

Seitdem in der Gesellschaft der Mensch als (Mit-)Verursacher des Klimawandels anerkannt wird, setzen Staat und Unternehmen alles daran, die Treibhausgasemissionen zu verringern. – Das könnte man zumindest meinen.

In seinem aktuellen Buch „Der grüne Betrug “ wirft der Journalist Martin Gerth (Wirtschaftswoche) der Politik und Wirtschaft jedoch vor, sämtlichen Aktionen, die auch nur im Entferntesten mit Klimaschutz zu tun haben könnten, ein grünes Etikett aufzukleben – sei es um Wählerstimmen zu ködern, Subventionen einzusammeln oder Umsätze mit grünen Produkten zu machen.

Auf über 200 Seiten beschreibt Gerth anhand konkreter Beispiele, inwiefern „Klimaschutz als grünes Feigenblatt“ für die eigentlichen Interessen der Politiker und Unternehmen dient.

So soll beispielsweise der weltweit 450 Milliarden Euro schwere Sektor Energieeffizienz deshalb den größten Teil der Ökobranche ausmachen, weil er es den Energieversorgungsunternehmen „ermöglicht, ihr Geschäftsmodell, Strom und Wärme aus fossilen Brennstoffen zu produzieren, für Jahrzehnte aufrechtzuerhalten.“

In der Politik dagegen falle – laut Gerths Aussagen – den Interessengruppen ein Kompromiss im Streit um den besten Klimaschutz so schwer, weil jede Abweichung vom eigenen Standpunkt dem Eingeständnis, die anderen hätten Recht gehabt, gleich käme.

Das Problem dabei: „Je später und je schwächer der Klimaschutz ausfällt, desto massiver müssten die Regierungen in einigen Jahrzehnten eingreifen. Das wäre dann der Beginn einer ungewollten Ökodiktatur, doch genau die wollen die Klimaschutzbremser eigentlich verhindern“, wie Gerth erklärt.

Damit ein echter Klimaschutz nicht auf der Strecke bleibt, sollten, laut Gerth, alle Steuererleichterungen und Subventionen, die den Energieverbrauch und die damit verbundenen CO2-Emissionen fördern, abgeschafft werden.

Corinna Lang

Add comment