Den Umstieg gewagt

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Seit 1998 der deutsche Strommarkt liberalisiert wurde, steht es dem Stromkunden frei, seinen persönlichen Versorger zu wählen. Stehen einige Menschen dem Wechsel zu einem Ökostromanbieter – als Gründe werden gerne erhöhte Preise oder die Angst vor einer unsicheren Stromversorgung angegeben – noch skeptisch gegenüber, haben sich viele andere schon zum Umstieg entschlossen.

Die vier deutschlandweit am Markt etablierten und von den großen Strommultis weitgehend unabhängigen Ökostromanbieter konnten seit ihrer Gründung einen beständigen Anstieg der Kundenzahlen verzeichnen. So beliefert die Naturstrom-Gruppe aktuell 65.000 Kunden mit Strom aus erneuerbaren Energien und ist doch der kleinste der vier Ökostromhändler.

Die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) konnten bis August letzten Jahres schon rund 86.000 Kunden überzeugen. Zu Greenpeace Energy – im Januar 2000 mit 186 Kunden gestartet – wechselten bis März 2010 rund 95.000 Menschen. Der weitaus größte unter den noch immer vergleichsweise „kleinen“ Ökos ist LichtBlick. Das Unternehmen beziffert die Anzahl seiner Kunden aktuell mit über 500.000.

Der Deutsche Bundestag bezieht seinen Strom inzwischen genauso aus erneuerbaren Energien wie das Umweltministerium sowie verschiedene Kommunen und Kirchengemeinden. Dennoch besteht kein Anlass zum Ausruhen. Viele Umweltorganisationen versuchen weiter der Marktmacht der großen Stromversorgungsunternehmen entgegenzuwirken und interessierten Personen durch gezielte Informationsarbeit den Umstieg zu erleichtern. Eine 100-prozentige Stromversorgung aus Wind, Wasser, Sonne, Biomasse und Geothermie, wie sie zum Beispiel auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) aktuell fordert, bedarf noch vieler kleiner und großer Taten. Der Wechsel des Stromanbieters ist wohl der erste und wichtigste persönliche Schritt.

Ulrike Rosenfellner

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