CO2-Ausgleich für Kreuzfahrten

Dass für Flugreisen ein CO2-Ausgleich geleistet werden kann, dürfte den Meisten bekannt sein. Ab 2011 bieten Hapag-Lloyd und die Klimaschutzorganisation Atmosfair dies auch für Kreuzfahrten an.

Reisende können bei der Buchung angeben, ob sie einen CO2-Ausgleich leisten möchten. Im Internet können sie mithilfe eines Klimarechners ermitteln, wie hoch der Ausgleich ausfallen wird. Dafür müssen sie die Kabinenkategorie auswählen, die Dauer der Kreuzfahrt angeben und eintragen, wie viele Tage davon auf See verbracht werden – denn nur für diese findet der CO2-Ausgleich von Hapag-Lloyd statt. Beispielsweise emittieren zwei Reisende bei einer dreiwöchigen Kreuzfahrt in einer Außenkabine, bei der sie 17 Tage auf See sind 9.920 Kilogramm CO2 (Zum Vergleich: das klimaverträgliches Jahresbudget eines Menschen liegt bei 3.000 Kilogramm CO2). Dafür werden 228 Euro insgesamt fällig. Zu 25 Prozent beteiligt sich das Kreuzfahrtunternehmen am Ausgleich, die Spendenbescheinigung von Atmosfair kann steuerlich abgesetzt werden. Hapag-Lloyd hat ein Solarlampenprojekt in Indien ausgewählt, in das die Spenden fließen. Bei diesem Projekt wird angestrebt, 30.000 Tonnen CO2 pro Jahr einzusparen.

Der CO2-Ausgleich über Hapag-Lloyd findet erst ab 2011 statt. Dennoch können Reisende auf der Homepage von Atmosfair ihren CO2-Ausstoß einer bereits absolvierten Reise berechnen und direkt an die gemeinnützige GmbH spenden, die das Geld in Klimaschutzprojekte investieren wird.

Klar ist, dass eine Kreuzfahrt nicht die umweltfreundlichste Art zu reisen ist. Wer in purem Luxus auf dem Ozean thront, nutzt neben dem Antrieb des Schiffes viele weitere CO2-Verbraucher wie Klimaanlage oder Heizung sowie einen enormen Energiebedarf des Hotelbetriebes. Dennoch ist es wünschenswert, dass Reisende den im Vergleich zu den Kosten einer Kreuzfahrt sehr geringen Preis des Ausgleichs zahlen.

Judith Kronberg

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